Erstellt am 19. Januar 2012, 12:30

Niko Pelinka zieht ORF-Bewerbung zurück. Niko Pelinka wird nicht Büroleiter von ORF-Generaldirektor Wrabetz. Nach wochenlangen Protesten hat Pelinka seine Bewerbung am Donnerstag von sich aus zurückgezogen. Wrabetz verzichtet auch auf die Dienststelle "Koordination Landesstudios", für die Robert Ziegler vorgesehen war.

Niko Pelinka wird nicht Büroleiter von ORF-Generaldirektor Wrabetz. Nach wochenlangen Protesten gegen die geplante Postenbesetzung hat der ehemalige Leiter des SPÖ-"Freundeskreises" im Stiftungsrat seine Bewerbung am Donnerstag von sich aus zurückgezogen. Wohin es den 25-Jährigen stattdessen beruflich hinverschlagen wird, war nicht in Erfahrung zu bringen.

In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA erklärte er, die "andauernde öffentliche Debatte über meine Person und meine mögliche Bestellung zum Büroleiter des ORF-Generaldirektors hat ein Ausmaß erreicht, das nicht mehr akzeptabel ist". Mit seinem Rückzug wolle er "weitere untergriffige Angriffe gegen mich, meine Familie und mein persönliches Umfeld vermeiden", hieß es in der Stellungnahme. Darüber hinaus würde die breite öffentliche Diskussion mittlerweile die Substanz des ORF gefährden - und weiteren Schaden wolle er "nicht akzeptieren".

Der Schritt erfolge aber nicht, "weil ich die falsche Person für diesen Posten bin". Als weiteren Grund für seinen Rückzug nannte Pelinka "die unerfreulichen formalen Unstimmigkeiten rund um die Bestellung". Grund für seine Bewerbung für den Büroleiterposten seien "ausschließlich mein persönliches Vertrauensverhältnis zu Alexander Wrabetz und mein Interesse am Medienunternehmen ORF" gewesen.

Die Vorsitzende des ORF-Stiftungsrates, Brigitte Kulovits-Rupp, hat die Nachricht vom Rückzug Pelinkas mit Erleichterung aufgenommen. Sie halte dies "für eine vernünftige Entscheidung" und hoffe, "dass dieser Schritt zur Beruhigung der sehr aufgeheizten Situation beiträgt".

ÖVP-Mediensprecher Kopf bezeichnete den Rückzug Pelinkas als "unrühmliches, aber logisches Ende einer Tragikkomödie". Die FPÖ ortet eine "schwere Schlappe für die SPÖ" und meint, mit dem Rückzug Pelinkas sei "dem Medien-System Faymann-Ostermayer erstmals erfolgreich ein Riegel vorgeschoben worden", so Generalsekretär Vilimsky. Für den Mediensprecher der Grünen, Brosz, ist der Rückzug "die einzig richtige Entscheidung", mit der es aber nicht getan sei. Wrabetz hätte nun "eine historische Chance, sich gegen die Personalwünsche der Parteien zu stellen".