Erstellt am 28. Januar 2016, 12:06

von Carina Ganster, Eva-Maria Leeb, Werner Müllner und APA Red

Norbert Hofer wird FP-Bundespräsidentenkandidat. Die FPÖ schickt den Pinkafelder Norbert Hofer ins Präsidentenrennen. Damit hat er sich nun doch dazu überreden lassen, für die Freiheitlichen als Bundespräsident zu kandidieren. Das wurde jedenfalls am Donnerstag bekannt.

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Nach langen parteiinternen Diskussionen wird die FPÖ den Dritten Nationalratspräsidenten Norbert Hofer in das Rennen um die Bundespräsidentschaft schicken.

„Hofer ist unser Wunschkandidat“

Bis zuletzt wurde heftig diskutiert, jetzt will Parteichef Heinz-Christian Strache den Dritten Nationalratspräsidenten Norbert Hofer in das Rennen um die Bundespräsidentschaft schicken. Der Beschluss sei bereits vor einiger Zeit einstimmig in Bundesparteivorstand und -präsidium gefallen.

„Hofer ist unser Wunschkandidat“, erklärte Strache. Es sei ausgemacht gewesen, zunächst Hofer zu fragen und dann Ursula Stenzel.

FPÖ-Landesrat Petschnig gratulierte per Aussendung und meinte: „Die Burgenländerinnen und Burgenländer haben nun erstmals in ihrer Geschichte die Chance, dass das höchste Amt im Staat von einem der Ihren zu besetzen.“

Auch der FPÖ Landtagsklub gratulierte Hofer, Klubobmann und Landtagsabgeordneter Kovasits: „Norbert Hofer ist die beste Wahl, weil er ein Präsident für alle Österreicherinnen und Österreicher wäre, der uns am internationalen Parkett perfekt vertreten würde. Als Burgenländer bin ich sehr froh, dass wir so einen starken Mann ins Rennen schicken und wir erstmals eine Chance haben, dass das Amt von einem Burgenländer ausgeübt werden könnte.“

Geheimnis nach Monolog gelüftet

Strache sprach am Donnerstag von einer "eindeutigen und einstimmigen Entscheidung", die in der Partei "offen und breit diskutiert" worden und "nach langer reiflicher Überlegung" gefallen sei - "und zwar gestern zu Mittag".

Strache schüttete bei der Pressekonferenz jede Menge Spott und Hohn über die Medien aus, die sich mit Spekulationen über die blaue Kandidatur im Vorfeld blamiert hätten.

Seinen Auftritt versuchte er betont spannend zu gestalten: Gelüftet wurde das "Geheimnis" des FPÖ-Kandidaten nach rund 15 Minuten Monolog schließlich durch die Enthüllung eines Hofer-Plakats - und zwar ausgerechnet durch Ursula Stenzel, deren Antreten noch bis gestern als fix gegolten hatte.

Steiner: „Muss als Notnagel herhalten“

Für ÖVP-Landesparteiobmann Thomas Steiner ist die Ernsthaftigkeit der Kandidatur Hofers in Frage gestellt. „Offenbar ist Hofer selbst nicht davon überzeugt, ein geeigneter Kandidat zu sein und muss jetzt als Notnagel herhalten“, kommentiert Steiner das zähe Tauziehen innerhalb der FPÖ.

„Wie man das Rennen um die Hofburg auch dreht und wendet – Andreas Khol bleibt der beste Präsidentschaftskandidat, den unser Land hat“, unterstreicht Steiner.

Eisenstadt FPÖ-Stadtparteiobmann Géza Molnár meinte: „Eisenstadt freut sich. Wer unseren langjährigen Obmann und Gemeinderat kennt, der weiß, dass Norbert Hofer ein profunder Sachpolitiker ist, der parteiübergreifend hohe Anerkennung genießt. Ich wünsche ihm alles erdenklich Gute - wir werden für ihn laufen, laufen, laufen…“
 


Stimmen aus Pinkafeld:

Kurt Maczek, SP-Bürgermeister: „Norbert Hofer kenne ich persönlich schon seit vielen Jahren. Ich schätze ihn sehr als Politiker mit Handschlagqualität und er ist ein guter Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.“

VP-Vizebürgermeister Friedrich Luisser: „Er ist sicher ein guter Kandidat. Er wäre auch vom Alter her jemand, der andere Perspektiven gibt.“

Peter Jauschowetz, FP-Gemeinderat Pinkafeld: „Norbert Hofer ist ein langer persönlicher Freund von mir und es erfüllt mich mit Stolz, dass er für das Amt des Bundespräsidenten kandidiert. Es ist ein gutes Zeichen, dass ein junger Kandidat sich der Wahl steht, Hofer spricht sowohl die jüngere als auch die ältere Generation an. Sein persönliches Auftreten, seine Besonnenheit sind gute Voraussetzungen, um das Amt gut auszufüllen. Auch seine Kraft und Stärke, nach seinem Paragliding-Unfall aus dem Rollstuhl wieder zurückzukehren in höchste politische Gremien ist Ausdruck seines Durchhaltevermögens.“

SP-Stadtrat Horst Franz: „Ich bin verwundert, dass er nun doch kandidiert. Es ist auf alle Fälle eine Aufwertung für Pinkafeld.“


Steckbrief Norbert Hofer:

Norbert Hofer ( 2. März 1971) wuchs in Pinkafeld, er ist vierfacher Vater und hat nun wieder seinen im Südburgenland. Ausgebildet wurde er zum  Flugzeugtechniker und war beim Lauda Air tätig.

Seine politische Karriere startete er  als FPÖ-Stadtparteiobmann in Eisenstadt, 1997 kam er in den Gemeinderat. 1996 wurde er Landesparteisekretär und  2000 Klubsekretär.

Im Sommer 2003 verunglückte Hofer bei einem  Paragleiter-Flug. Durch die Verletzungen an der Wirbelsäule blieben Lähmungserscheinungen zurück, die er in durch Training überwand.

2005 holte ihn Strache  als stellvertretenden Bundesparteiobmann ins. Team. 2006 zog Hofer in den Nationalrat ein. .
 

BVZ.at hatte berichtet: