Erstellt am 24. Februar 2016, 06:54

von Alexandra Gollubics-Prath

Noten-Aus in Volksschule: Kein Jubel. Die Bundesinitiative, Noten und Sitzenbleiben abzuschaffen, stößt im Burgenland keineswegs auf ungeteilte Zustimmung.

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Eher verhaltene Reaktionen gibt es aus dem Burgenland zum Vorschlag von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP), Noten und das Sitzenbleiben in der Volksschule bis zur dritten Klasse abzuschaffen.

Als „Vorschlag in die richtige Richtung, der aber noch ausdiskutiert werden muss“, bezeichnet ihn Parteikollege und Landeshauptmann Hans Niessl vorsichtig gegenüber der BVZ.

Verbale Beurteilungen würden mehr aussagen als Noten – als optimal würde der frühere Hauptschuldirektor freilich eine „Mischform aus beiden“ empfinden.

Gewerkschafts-Leiter spricht von „Scheindiskussion“

Offene Kritik kommt von Niessls Regierungspartner, den Freiheitlichen. Bildungssprecher Johann Richter: „Wenn Noten und Sitzenbleiben abgeschafft werden, sind Misserfolg und schlechte Bildungsqualität nicht mehr nachweisbar. Das kann und darf nicht der bildungspolitische Weg sein.“

„Keinen wirklich großen Handlungsbedarf“ sieht auch Landesschulratspräsident Heinz Josef Zitz: „In Schulversuchen bleibt es jetzt schon Schulen überlassen, statt Noten verbale Beurteilungen anzubieten.“

Eben deshalb handle es sich laut Johann Farkas, Landesleiter der Gewerkschaft Pflichtschullehrer, auch nur um eine „Scheindiskussion“: „Ersparen würden sich Schulen nur das jährliche Ansuchen um eine alternative Beurteilung.“

Unterschiedliche Zugangsweisen gebe es seitens der Eltern, räumt Alfred Handschuh, Obmann des Elternvereins für Pflichtschulen, ein. Er gibt aber zu bedenken, dass viele Eltern mit einer rein verbalen Beurteilung nichts anfangen könnten. Wenn es erst in der vierten Klasse Noten gebe, könnte eine Art Torschlusspanik entstehen.