Erstellt am 01. Oktober 2014, 07:04

von Wolfgang Millendorfer

Asyl in Gemeinden. Das Land erfüllt seine Quote zu 96 Prozent, aber Grüne wollen mehr Flüchtlinge aufnehmen. Gemeinden sollen einspringen.

Flüchtlinge aus Krisengebieten. Derzeit sind 873 Asylwerber im Land untergebracht. Im Bild: Bewohner im Haus der Jugend in Rechnitz.  |  NOEN, Bruckner
Auch nach der Konferenz der Flüchtlingsreferenten bleibt der akute Platzmangel bei der Unterbringung von Asylwerbern ein Problem. Nach einem Aufruf von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (VP) wurde nun der Turnsaal im Eisenstädter Bundesamtsgebäude der Polizei adaptiert, um 40 Flüchtlingen vorübergehend Platz zu bieten. Jetzt könnten weitere Quartiere geschaffen werden.

Grundsätzlich aber habe das Burgenland „seine Hausaufgaben gemacht“, heißt es im Büro von SP-Landesrat Peter Rezar. Auf die säumigen Bundesländer verweist auch Wiens Bürgermeister Michael Häupl: „Wir sind – mit Verlaub gesagt – nicht die Deppen der Nation.“

„Wir können mehr, als nur die Quote erfüllen“

Angesichts der derzeit rasant steigenden Zahl der Asylsuchenden präsentierte Grünen-Sprecherin Regina Petrik einen neuen Ansatz: Gemeinden mit geeigneten Gebäuden sollen sich demnach freiwillig melden, das Land könne sich finanziell beteiligen. Interesse an dem Modell zeigt auch Landesvize Franz Steindl, der am Rande einer Pressekonferenz meinte: „Wir rühmen uns, beim Ungarnaufstand 1956 geholfen zu haben, und dann wollen wir die Grenzen wieder hochziehen.“

Für Grenzkontrollen spricht sich Landeschef Hans Niessl aus, „sollte die Schengen-Außengrenze nicht aufgerüstet und kein Aufteilungsschlüssel für alle EU-Länder festgelegt werden“.


Asylzahlen

Österreichweit werden derzeit 26.666 Asylwerber betreut. Laut Verteilung nach Bevölkerungsanteil müsste das Burgenland 908 Personen betreuen.

Derzeit haben im Burgenland 873 Asylwerber Aufnahme gefunden, womit die Quote zu 96 Prozent erfüllt wird. 35 Personen sollen noch untergebracht werden.