Erstellt am 16. Juni 2011, 12:36

Nur moderate Zuwanderung nach Ostöffnung. Die endgültige Öffnung des österreichischen Arbeitsmarkts für die osteuropäischen Länder hat im ersten Monat einen Zuzug von 8.700 Arbeitskräften, nicht aber den manchmal befürchteten Ansturm Arbeitssuchender gebracht, zeigen am Donnerstag veröffentlichte erste Zahlen des Sozialministeriums. Die stärkste Zuwanderung erfolgte aus Ungarn und Polen.

Die endgültige Öffnung des österreichischen Arbeitsmarkts für die osteuropäischen Länder hat im ersten Monat einen Zuzug von 8.700 Arbeitskräften, nicht aber den manchmal befürchteten Ansturm Arbeitssuchender gebracht, zeigen am Donnerstag veröffentlichte erste Zahlen des Sozialministeriums. Die stärkste Zuwanderung erfolgte aus Ungarn und Polen.

Sozialminister Hundstorfer erinnerte daran, dass die Arbeitslosigkeit allein im Mai um 30.000 zurückgegangen sei und sprach davon, dass wegen der guten Konjunktursituation die Osteuropäer "problemlos auf dem österreichischen Arbeitsmarkt unterkommen konnten". Viele seien "als Saisonniers beschäftigt, sodass es hier zu keiner Wettbewerbssituation mit einheimischen Arbeitnehmern gekommen ist".

Die Arbeitsmigration aus den osteuropäischen Ländern macht derzeit nur zwei Promille der 3,4 Millionen unselbstständig Beschäftigten in Österreich aus - die Zahl der (legal) in Österreich beschäftigten Osteuropäer hat aber um mehr als zehn Prozent zugenommen. Die Gesamtzahl der Beschäftigten aus den neuen EU-Staaten beträgt aktuell 84.855.

Hundstorfer glaubt, dass in den nächsten Monaten der Zuwachs der neuen Arbeitskräfte aus den östlichen Nachbarstaaten abflacht - "viele Arbeitgeber - wie in landwirtschaftlichen Betrieben - haben auf die Arbeitsmarktöffnung gewartet, um problemlos Arbeitskräfte aus dem Osten anstellen zu können". Die Prognose einer Zuwanderung von 20.000 bis 25.000 Arbeitnehmern im ganzen Jahr werde halten.

Aus Ungarn sind im ersten Monat nach der Öffnung rund 3.000 Arbeitnehmer gekommen, aus Polen 2.500, 1.500 aus der Slowakei, 650 aus Slowenien und 800 aus Tschechien. Ende April waren die Übergangsfristen für die 2004 in die EU aufgenommenen osteuropäischen Länder abgelaufen.