Erstellt am 05. Juni 2012, 14:21

Nur wenige Schulen werden Zentralmatura vorziehen. Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter glauben nicht daran, dass viele Schulen die Möglichkeit nutzen werden, die Zentralmatura vorzuziehen.

Der verpflichtende Start wurde am Montag an den AHS von 2014 auf 2015 und an den BHS von 2015 auf 2016 verschoben, die Standorte können aber freiwillig zum ursprünglich geplanten Starttermin die Klausuren in Deutsch, Mathematik und den Fremdsprachen einführen. Realistisch ist das allerdings nur an wenigen Standorten, sagen Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter. Um die Zentralmatura schon zum ursprünglichen Starttermin durchzuführen, braucht es eine Zwei-Drittel-Mehrheit in jeder der drei Kurien (Schüler, Eltern, Lehrer) im Schulgemeinschaftsausschuss (SGA). Dass diese zustande kommt, ist allerdings "nicht sehr real", meint Theodor Saverschel, der Vorsitzende des Bundesverbands der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen. Immerhin bestehe bei den Lehrern viel Unsicherheit.

Bundesschulsprecherin Conny Kolmann von der VP-nahen Schülerunion glaubt ebenfalls nicht an viel Zustimmung. "Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass ein paar Schulen, die z.B. in den Fremdsprachen schon lange Schulversuche haben, es auch in den anderen Fächern probieren." Manche Standorte seien etwa in Deutsch besser vorbereitet als andere, weil Lehrer in der Arbeitsgruppe zur Erstellung der Zentralmatura vertreten und die Schulen dadurch immer auf dem neuesten Informationsstand seien.

Für AHS-Lehrervertreter Eckehard Quin hängt die Beteiligung vor allem von der konkreten gesetzlichen Bestimmung ab. "Wenn man Teile vorziehen kann, werden das relativ viele Schulen tun und auf die problematischen Bereiche in einem hohen Ausmaß verzichten. Wenn es nur um das Gesamtpaket geht, nehme ich an, werden es nur wenige Schulen vorher nehmen, weil sie dann auch die Dinge nehmen müssten, wo es noch massive Mängel gibt." So gebe es etwa in Mathematik noch Probleme.