Erstellt am 16. Mai 2012, 00:00

Obdachlosen-Verein geht in die Offensive. SOZIAL-STREIT /  Keine Förderung für „Freiraum Pannonia“. Scharfe Kritik an der Sozialabteilung.

Roschek: »Ohne Förderung wird es schwierig für uns.« FOTO: EDER  |  NOEN

Über die Internetplattform facebook machte Andrea Roschek vom Verein „Freiraum Pannonia“ ihrem Ärger Luft: Da die Sozialabteilung des Landes eine Tagsatzvereinbarung für das Obdachlosenheim in Eisenstadt ablehnte, teilte Roschek ihre scharfe Kritik an Landesrat Peter Rezar (SPÖ) via Internet: „Wie sozial sind Burgenlands Demokraten wirklich? Geht‘s noch abgehobener und arroganter?“ Die offizielle Begründung des Landes – für das vom Verein geführte Obdachlosenhaus seien keine budgetären Mittel vorgesehen – erzürnt Roschek auch im Gespräch mit der BVZ: „Es ist scheinbar unangenehm, dass es Obdachlosigkeit auch im Burgenland gibt. Wenn das Problem auf diese Weise negiert wird, ist das ein Armutszeugnis für das Land.“

Konter der Sozialabteilung:  „Der Bedarf ist abgedeckt“

Das Gegenteil sei der Fall, heißt es aus dem Büro von Landesrat Rezar: Mit dem Sozialzentrum im Südburgenland, dem Frauenhaus im Norden sowie einzelnen Partnern in Niederösterreich sei der Bedarf abgedeckt. „Betroffene können sich an die Bezirkshauptmannschaften wenden“, klärt Rezar-Sprecherin Gerlinde Stern-Pauer auf, „und so wird auch präventiv geholfen.“ Für eine Tagsatzvereinbarung, wie sie von „Freiraum Pannonia“ gefordert wird, sei zudem eine Reihe von Auflagen zu erfüllen.

Der Verein hofft indes weiterhin auf Förderungen für das mit derzeit zwölf Obdachlosen belegte Haus und will sich jetzt auch an private Unternehmen und an die Diözese wenden.