Erstellt am 03. Oktober 2011, 13:58

ÖAAB will Anrechnung der Karenzzeit. ÖAAB-Bundesobfrau Johanna Mikl-Leitner hat zum diesjährigen Equal Pay Day auf die "massive" Lohn-Schieflage zwischen Männern und Frauen hingewiesen.

Sie fordert eine Anrechnung der Karenzzeiten in Kollektivverträgen, denn die derzeitige Nichtanrechnung wirke sich schlussendlich auch auf die Pensionshöhe aus. ÖVP-Frauen-Chefin Dorothea Schittenhelm erklärte am Montag in einer Aussendung: "Wir leben im 21. Jahrhundert, da sollte es keine Unterschiede mehr geben."

"Um die Lohnschere zwischen Frauen und Männern zu schließen, muss es endlich auch zu einer Anerkennung von Elternkarenzen als Vordienstzeiten in den Kollektivverträgen kommen", so Mikl-Leitner. Urlaub, Krankengeld, Präsenzdienst oder Pflegefreistellung würden hier angerechnet, nicht jedoch die Abwesenheit bei Karenz, kritisierte sie: "Das ist ungerecht, vor allem gegenüber Frauen, denn sie sind es, die die Karenz überwiegend in Anspruch nehmen." Die Nichtanrechnung führt schließlich zu einer Schlechterstellung das ganze Berufsleben lang sowie in der Pension.

Auch Schittenhelm fordert: "Die Lohnschere muss geschlossen werden." Die kommenden Kollektivvertragsverhandlungen seien eine "ideale Möglichkeit", um die Interessen der Frauen auf den Tisch zu legen. "Jede Lohnrunde muss genutzt werden, um Einkommensunterschiede abzubauen", so die ÖVP-Frauen-Chefin. Weiters appelliert sie an Frauen, selbstbewusst jenes Gehalt einzufordern, das ihnen aufgrund ihrer Ausbildung und Tätigkeit zusteht.