Erstellt am 14. September 2011, 00:00

Öffi-Streit mit Stadt Wien. GEBÜHREN I / VP kritisiert „unmögliche Belastungen“ für Pendler und Studenten. Es geht auch um die begehrten Hauptwohnsitzer.

VON WOLFGANG MILLENDORFER

Im ganz großen Stil feiern bis zu 2500 Burgenländer am 5. Oktober im Wiener Rathaus die enge Beziehung zur Bundeshauptstadt – vor allem für Pendler und Studenten gilt Wien als beliebte „Außenstelle“. Eine Reihe von Gebührenerhöhungen sorgt nun aber für politische Misstöne.

Denn in der burgenländischen ÖVP spricht man „vom Beginn einer unmöglichen Belastungswelle“. Während ÖVP-Pendlersprecher Norbert Sulyok die Erhöhung der Parkgebühren kritisiert, sind Landesvize Franz Steindl die Kosten für das Semesterticket der Wiener Linien ein Dorn im Auge: Vergünstigungen gebe es nämlich nur für Hauptwohnsitzer – und genau die würden damit dem Burgenland verloren gehen. „Wien wird bei den Ertragsanteilen und mit Sonderförderungen ohnehin bereits bevorzugt und trotzdem gibt es diese finanziellen Nachteile für unsere Pendler und Studenten.“

Als Gegenmaßnahme wird das Semesterticket (Preis: 100 Euro) auch heuer wieder zur Hälfte vom Land gefördert. Bis zu 50 Prozent Unterstützung gibt es ab sofort auch in 106 der 171 burgenländischen Gemeinden.

In Wien sieht man die Vergünstigungen für Bewohner der Stadt indes als gerechtfertigt: „Es werden ja auch ihre Steuermittel verwendet“, meint etwa Dominik Gries, Sprecher der Wiener Linien. In den Büros von SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou werden die jüngsten Gebührenerhöhungen als notwendiger Schritt bezeichnet.

Von einem ausgezeichneten Verhältnis zum Wiener Bürgermeister – als wichtigen Partner in der Ostregion – spricht Landeshauptmann Hans Niessl: „Das Burgenland gewinnt, wenn es starke Partner hat!“