Erstellt am 07. März 2012, 12:46

ÖH fordert Abschaffung der Studieneingangsphase. Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) übt heftige Kritik an der im vergangenen Wintersemester eingeführten Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP).

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Sie diene nicht der Orientierung, sondern sei eine Zugangsbeschränkung. Einzig logische Konsequenz ist für die ÖH daher die sofortige Abschaffung der STEOP, wie die Studentenvertreter am Mittwoch forderten.

Die STEOP gilt seit Herbst an jenen elf Unis, die keine generellen Zugangsbeschränkungen haben. Der Umfang der Prüfungen reicht dabei von zwei bis 30 ECTS (30 ECTS entsprechen dem Arbeitspensum eines Semesters). Nur wer alle Prüfungen des ersten Semesters besteht, darf weiter studieren. Das Gesetz sieht dabei nur eine Prüfungswiederholung vor, um eine negative Note auszubessern. Wer eine Prüfung zum zweiten Mal nicht schafft, ist für immer für das betreffende Fach an der jeweiligen Uni gesperrt. Die Unis können aber autonom einen dritten Prüfungsantritt erlauben, was auch alle außer der Uni Wien und der Uni Linz tun.

"Die STEOP baut extremen Druck auf Studierende auf, sie wurde oft ungerecht und willkürlich umgesetzt und ist in vielen Fällen eine Knock-Out-Phase", kritisiert die ÖH-Vorsitzende Janine Wulz (Grüne und Alternative StudenteInnen, GRAS). Ein zentrales Problem ist dabei aus Sicht der ÖH die lebenslange Sperre für ein Fach, was zu höherem Druck auf Studenten führe. Besonders problematisch ist das laut ÖH bei den Lehramtsstudien, denn wird die STEOP in Pädagogik nicht bestanden, gilt die lebenslange Sperre gleich für alle Lehramtsstudien.

Aus dem Wissenschaftsministerium heißt es dazu zur APA, dass die STEOP noch ein neues Instrument sei. Derzeit würden an den Unis und von den Studierenden Erfahrungswerte gesammelt und danach eventuell in einigen Fällen Adaptierungen vorgenommen. Die konkrete Ausgestaltung der STEOP, etwa die Zahl der Prüfungsantritte, sei allerdings Sache der Unis. Wissenschaftsminister Töchterle sprach sich jedenfalls für eine "sachgerechte und transparente Handhabung" der STEOP aus. Und das sei nur möglich, wenn es in Massenfächern Zugangsregelungen gebe.