Erstellt am 15. Juni 2012, 11:27

ÖH kritisiert Vorschlägen zu Lehrerdienstrecht. Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) hat am Freitag die Regierung dazu aufgefordert, in den Lehrerdienstrechtsverhandlungen nicht länger die Reform der Pädagogenausbildung auszublenden.

Es sei eine "Absurdität", über Gehaltsschemata und Unterrichtsverpflichtung zu verhandeln, ohne zu wissen, welche Ausbildung künftige Lehrer haben werden, so Vorsitzende Janine Wulz. In Sachen Lehrerausbildung herrsche seit Jahren Stillstand, kritisierte Wulz. Die ÖH ihrerseits hat ganz klare Vorstellungen, wie die Pädagogenbildung künftig aussehen soll: Ein durchgängiges, fünfjähriges Studium für alle Pädagogen, egal ob sie im Kindergarten oder in einer maturaführenden Schule arbeiten, mit Master- oder Diplomabschluss. Außerdem soll die Ausbildung für alle Lehrer an derselben Einrichtung erfolgen: Die ÖH will eine Zusammenlegung von Fachhochschulen, den Unis, die derzeit die Lehrer an AHS und berufsbildenden höheren ausbilden, und den Pädagogischen Hochschulen (PH) wo die Ausbildung für Lehrer an den Pflichtschulen angesiedelt ist.

Im Anschluss soll es einen einjährigen Berufseinstieg für alle Jungpädagogen geben, bei dem diese von einem Mentor unterstützt werden und parallel wissenschaftlich begleitet und in Alltagsfragen beraten werden, so Tobias Dörler, ÖH-Referent für Pädagogik. Damit soll verhindert werden, dass Junglehrer anstatt neue methodische und didaktische Konzepte umzusetzen einfach den Unterricht erfahrener Lehrer übernehmen.

Unterdessen haben sich in Wien vor einem Vierteljahr Junglehrer, Unterrichtspraktikanten und Lehramtsstudenten zur "Initiative für ein faires LehrerInnendienstrecht" zusammengeschlossen, um sich gemeinsam gegen die geplante Erhöhung der Arbeitszeit zu wehren.