Erstellt am 24. Februar 2012, 16:41

ÖIAG-Chef Beyrer wohl im März vor U-Ausschuss. ÖIAG-Chef Markus Beyrer - gleichzeitig auch Aufsichtsratschef der Telekom Austria - dürfte noch im März vor den Korruptions-U-Ausschuss geladen werden.

Ein entsprechender Vorschlag des BZÖ werde auch von den Grünen unterstützt, berichtete am Freitag das ORF-Radio. Weiters fordern die Oppositionsparteien, Beyrer sollte die Aufarbeitung der vielen Telekom-Affären anderen Institutionen überlassen.

"Das BZÖ wird sich mit seinem Vorschlag durchsetzen", glaubt Stefan Petzner, der für das BZÖ im U-Ausschuss sitzt. Beyrer werde Mitte März in den U-Ausschuss vorgeladen werden, "weil er bei der Aufklärung des Telekom-Skandals eine Schlüsselrolle spielt". Beyrer müsse die gegen ihn gerichteten Vorwürfe im U-Ausschuss entkräften, sonst könne er als ÖIAG-Chef abberufen werden.

"Die Frage, die sich stellt, ist, ob er die Hand, die ihn gefüttert hat oder weiter füttern wird, auch beißen würde im Ernstfall", sagte der FPÖ-Fraktionsführer im U-Ausschuss, Rosenkranz. Von einem Rücktritt zu sprechen, sei aber noch zu früh. Rosenkranz empfiehlt, die Aufarbeitung der Korruptionsfälle in der Telekom anderen Institutionen zu überlassen. Sein Aufsichtsratsmandat sollte Beyrer in diesem Bereich abgeben.

Der stellvertretende Clubchef der Grünen, Kogler, findet es jedenfalls unvereinbar, dass Beyrer "sich hier als Aufklärer innerhalb der Telekom-Affäre aufspielt". Er fordert Beyrer auf, sich - auch firmenintern - zurückzuziehen. Er solle die Aufklärung unabhängigen Leuten übergeben. "In den U-Ausschuss muss er auf jeden Fall", so Kogler.

Im Ö1-Morgenjournal versicherte Beyrer erneut, er sehe sich durch die jüngsten Vorwürfe in seiner Rolle als Aufklärer der Telekom-Affäre nicht befangen. Man habe ein "internationales Wirtschaftsforensik-Team" eingesetzt, das direkt an den Aufsichtsrat berichte. Im Mai werde es einen Bericht an die Hauptversammlung geben.

Beyrer sieht auch kein Problem darin, dass er E-Mails der Personalvertretung an den Telekom-Vorstand weitergeleitet hat. Er bestätigte auch, Einladungen zu Jagdausflügen, Skirennen und Abendessen bekommen zu haben und einen sehr geringen Teil dieser Einladungen auch angenommen zu haben. Das sei in dem damaligen Amt von ihm geradezu erwartet worden. Beyrer gibt auch zu, dass in den sieben Jahren als IV-Generalsekretär auch Einladungen der Telekom dabei gewesen seien. Das sei ein "normaler Prozess".