Erstellt am 13. September 2011, 11:33

Österreich fällt im Hochschulbereich weiter zurück. Österreich wird trotz einer steigenden Zahl von Hochschulabschlüssen im internationalen Vergleich weiter zurückfallen. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2011", die erstmals langfristige Trends zum Erwerb von Abschlüssen ausweist.

Während es generell in OECD-Staaten einen "dynamischeren Ausbau der höheren Bildung gegeben hat", herrscht in Österreich im Bereich der Spitzenqualifikation "noch Nachholbedarf", so OECD-Bildungsexperte Schleicher im Gespräch mit der APA. Derzeit liegt der Anteil der Hochschulabsolventen an der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren in Österreich bei gerade einmal 19 Prozent (OECD-Schnitt 30 Prozent). Hinter Österreich liegen damit nur die Türkei (13 Prozent), Portugal, Italien (je 15), die Slowakei, Tschechien und Mexiko (je 16). An der Spitze befinden sich Kanada (50 Prozent), Israel (45 Prozent) und Japan (44). 1997 lag die Akademikerquote im OECD-Schnitt bei 20 Prozent, in Österreich bei elf Prozent.

Junge Erwachsene schließen heute eher ein Hochschulstudium ab als früher, dementsprechend höher ist die Akademikerquote im OECD-Schnitt unter den 25- bis 34-Jährigen (37 Prozent) als unter den 55- bis 64-Jährigen, die bald aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden (22 Prozent). In Österreich ist diese Spanne mit 19 bzw. 16 Prozent wesentlich geringer, d.h. dass auch in Zukunft nicht deutlich mehr Akademiker nachrücken. Die OECD zählt Österreich gemeinsam u.a. mit Deutschland und Brasilien zu den Ländern, wo diese "nachteilige Situation besonders deutlich" werde.

Dabei ist seit 1995 durchaus eine Steigerung der Abschlüsse zu verzeichnen: Damals schlossen in Österreich erst zehn Prozent eines Altersjahrgangs ein Hochschulstudium ab (Erstabschluss), der vergleichbare OECD-Wert lag bei 20 Prozent. Bis 2009 hat sich die Quote in Österreich auf 29 Prozent fast verdreifacht, OECD-weit hat sie sich auf 38 Prozent erhöht.

Die Studie "Bildung auf einen Blick" kritisiert außerdem, dass Österreich dem Thema Bildung keine Priorität einräumt. Die Ausgaben für Bildungseinrichtungen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt liegen mit 5,4 Prozent unter dem OECD-Schnitt (5,9 Prozent). Darüber hinaus gehört Österreich zu jenen Ländern, in denen zwischen 1995 und 2008 der Anstieg der Bildungsausgaben klar hinter dem Anstieg des BIP zurückgeblieben ist.