Erstellt am 02. Dezember 2013, 19:48

Österreich holt bei PISA-Tests wieder auf. Österreich hat bei der PISA-Studie 2012 nach dem "Absturz" im Jahr 2009 wieder aufgeholt. Sowohl im Haupttestfach Mathematik als auch beim Lesen und in der Naturwissenschaften gab es deutliche Zugewinne, zeigt die am Dienstag präsentierte Studie.

Im heurigen Haupttestgebiet Mathematik erreichten die österreichischen 15- bis 16-Jährigen demnach 506 Punkte (plus zehn Punkte) und damit den elften Rang innerhalb der 34 OECD-Staaten. Damit liegen sie signifikant über dem OECD-Schnitt (494). Beim Lesen kamen sie auf 490 Punkte und Platz 21 - das ist zwar ein Plus von 20 Punkten, allerdings noch immer ein Ergebnis signifikant unter dem OECD-Schnitt (496). In den Naturwissenschaften erreichten die heimischen Jugendlichen 506 Punkte und Platz 16 - das ist ein Plus von zwölf Punkten sowie in etwa im OECD-Schnitt (501).

Insgesamt dominierte bei PISA der Ferne Osten: Die Rangliste der besten OECD-Länder in der Mathematik wird von Südkorea (554 Punkte) und Japan (536) angeführt. Die absolut besten Werte erzielten die Nicht-OECD-Regionen Shanghai (613), Singapur (573), Hongkong (561) und Taiwan (560). Finnland verlor deutlich und rutschte noch hinter die Schweiz, die Niederlande und Estland.

Für Schmied, die ihre Amtszeit praktisch mit den gleichen PISA-Resultaten beendet wie ihre Vorgängerin Elisabeth Gehrer (ÖVP), ist das Ergebnis "ein klarer Auftrag", Bildungsreformen entschlossen fortzusetzen. Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) sah das bessere Resultat gegenüber 2009 dagegen in den Anstrengungen der Lehrer begründet.

Weitere wichtige PISA-Ergebnisse: 26 Prozent der 15- bzw. 16-jährigen Österreicher (OECD: 29 Prozent) erreichten in zumindest einem der drei überprüften Kompetenzbereiche nicht einmal Mindeststandards. Elf Prozent gehören sogar in allen drei Bereichen zur Risikogruppe, jeder fünfte Schüler kann nicht sinnerfassend lesen.

Für Schleicher besorgniserregend: Die Geschlechterkluft im Haupttestfach Mathe ist deutlich gewachsen. Lagen die Buben 2003 noch acht Punkte vorne, sind es nun 22 - das ist der größte Zuwachs unter allen Ländern. Österreich gehört zudem zu jenen Ländern, in denen die Schüler - vor allem die Mädchen - am wenigsten Freude an der Mathematik haben.

Die Grünen führen die verbesserten PISA-Ergebnisse auf Fördermaßnahmen zurück, die FPÖ ist skeptisch bezüglich der Aussagekraft der Studie. Die NEOS verlangen mehr sprachliche Frühförderung, das Team Stronach vermutet "Schummeln" als Grund für den Leistungsanstieg.