Erstellt am 02. Februar 2012, 12:26

ÖVP-Politiker auf Distanz zu Strache. FPÖ-Obmann Strache hat sich in der ÖVP mit seinen jüngsten Aussagen alles andere als beliebt gemacht. Mehrere ÖVP-Politiker machten zuletzt ihre Ablehnung zu einer Regierung mit der FPÖ deutlich und können sich Strache nicht an der Regierungsspitze vorstellen.

FPÖ-Obmann Strache hat sich in der ÖVP mit seinen jüngsten Aussagen alles andere als beliebt gemacht. Zwar bleibt es Parteilinie, für die Regierungsverhandlungen nach der nächsten Wahl keine Partei ausschließen zu wollen, mehrere namhafte ÖVP-Politiker machten aber zuletzt ihre Ablehnung zu einer Regierung mit der FPÖ deutlich und können sich Strache nicht an der Regierungsspitze vorstellen.

Andreas Khol, einst Co-Architekt von Schwarz-Blau, befasst sich eigentlich derzeit überhaupt nicht mit etwaigen Koalitionsoptionen, sagte er der "Presse", doch Straches Sager rund um den WKR-Ball hätten gezeigt, "dass er für das Amt des Kanzlers oder Vizekanzler unfähig ist", so der Seniorenbund-Obmann. "Für mich kommt er dafür nicht infrage." Die FPÖ quittierte diese Aussagen mit Vermutungen über Khols "gekränktem Ego" nach "der eigenen Demontage innerhalb der ÖVP", wie es FPÖ-Generalsekretär Kickl in einer Aussendung formulierte. Der Seniorenvertreter möge sich in Pension begeben, so der Wunsch der Blauen.

Justizministerin Karl lehnt Strache und die FPÖ derzeit ebenfalls ab. "Das ist für mich momentan nicht vorstellbar", sagte sie am Donnerstag in "Österreich", gefragt, ob sie einer Regierung mit der FPÖ angehören wollen würde. Die Beurteilung aber werde man nach der Wahl vornehmen müssen, so Karl Nachsatz getreu der ÖVP-Linie.

Wissenschaftsminister Töchterle hatte schon tags zuvor im "Standard" eine potenzielle Mitgliedschaft in einer schwarz-blauen Koalition höchst zurückhaltend kommentiert. "Das ist schon eine komplexe Option", meinte er dazu, und ergänzte, gefragt nach einem Ministeramt unter einem Kanzler Strache: "Das ist keine denkbare Vorstellung für mich." Zugleich gab er indes zu Protokoll, "gegen eine Totalausgrenzung der FPÖ" zu sein.

Trotz aller Proteste will der Wiener Korporationsring seinen Ball unterdessen weiter abhalten - möglichst wieder in der Hofburg. Es gebe "laufend Gespräche" mit der Betreibergesellschaft, so ein Sprecher des Dritten Nationalratspräsidenten Graf am Donnerstag. Die Hofburg-Betriebs-GesmbH hatte bereits vor dem diesjährigen Ball beschlossen, die Veranstaltung in den kommenden Jahren nicht mehr zuzulassen.