Erstellt am 12. August 2013, 14:33

ÖVP präsentierte behindertenpolitische Anliegen. Der Behindertensprecher der ÖVP, Franz-Joseph Huainigg, setzt seinen Kampf um Vorzugsstimmen fort.

Am Montag stellte er zentrale behindertenpolitische Anliegen für die kommende Legislaturperiode vor und warb, unterstützt von Experten aus seinem Personenkomitee, für seinen Listenplatz 12. Unter anderem fordert er einen Fonds zur Unterstützung bei der Geburt eines behinderten Kindes.

"Die Behindertenmaterie zieht sich quer durch das Leben", sagte Huainigg. Seine Anliegen gehen von der Geburt über Ausbildung und Beschäftigung bis zum Sterben in Würde. Er forderte einen Unterstützungsfonds bei der Geburt eines behinderten Kindes, der Familienhelfer für die Anfangszeit und juristische Beratung zur Erschließung der vorhandenen finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten abdeckt.

Ein zentrales Anliegen sei außerdem das Recht auf psychosoziale Beratung und eine Bedenkzeit von mindestens drei Tagen zwischen Diagnose und Abtreibung. "Bei der Entscheidung für oder gegen das Kind werden Frauen derzeit relativ allein gelassen", kritisierte Lehrhebamme Renate Mitterhuber. Spätabtreibungen nach der 22. Woche sollten zudem dokumentiert und Statistiken darüber erstellt werden.

Um gleichberechtigte Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderung zu ermöglichen, sagte Lebenshilfe-Präsident Germain Weber "ja zum Aufbau einer inklusiven Gesellschaft." Er kritisierte, dass oft zu spät mit Inklusion begonnen werde. Recht auf Inklusion müsse es schon im Kindergarten geben.

Huainigg forderte den Aufbau von Modellregionen in ganz Österreich, in denen kein Kind mit Behinderung in die Sonderschule kommt. Wichtig seien auch ein Masterplan zur Erfüllung der Einstellungspflicht und der Sicherung von Karrieremöglichkeiten sowie ein bundesweit einheitlicher Assistenzfonds zur Finanzierung der persönlichen Assistenz.