Erstellt am 13. September 2013, 15:40

ÖVP uneinig bei Zahngesundheitspaket der SPÖ. Die ÖVP ist sich in der Beurteilung des von der SPÖ vorgestellten Zahngesundheitspakets für Kinder und Jugendliche, das die Streichung der Selbstbehalte bei Zahnspangen, Zahnersatz und Mundhygiene vorsieht, nicht ganz einig.

Während ÖAAB-Obfrau Johanna Mikl-Leitner den Vorstoß von Gesundheitsminister Alois Stöger begrüßte, kam von ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger Kritik an Stöger. Mikl-Leitner verwies darauf, dass sie schon Mitte Juni gefordert habe, dass für Kinder die Kosten von medizinisch notwendigen Zahnspangen von den Krankenkassen übernommen werden sollen. Dass die SPÖ nun ihre Forderung unterstütze, freue sie natürlich, sagte die ÖAAB-Obfrau in einer Aussendung. Gleichzeitig betonte Mikl-Leitner jedoch, dass es wichtig sei, "dass trotz dieser zusätzlichen Leistungen die Krankenkassen ihren Konsolidierungskurs weiter fortsetzen und auch die Wiener Gebietskrankenkasse endlich in die schwarzen Zahlen kommt".

Für Rasinger waren hingegen fünf Jahre Stöger "verlorene Jahre in der Präventionspolitik". Der ÖVP-Gesundheitssprecher betonte, dass sich seine Partei immer für die Stärkung der Kindergesundheit eingesetzt habe. Stöger werde hingegen jetzt - 16 Tage vor der Wahl - plötzlich in Teilbereichen konkret. Sauer stößt Rasinger auch auf, dass Stögers Partner im Gesundheitswesen - in diesem Fall Zahnärzte und Krankenkassen - seine Pläne aus den Medien lesen müssen.

Volle Unterstützung für das Zahngesundheitspaket Stögers für Jugendliche und Kinder signalisierte WGKK-Obfrau Ingrid Reischl. "Gerade im Bereich der Zahngesundheit sind die Selbstbehalte für viele Familien über Jahre hinweg oft nicht leistbar." Bei einer lückenlosen Versorgung der Kinder und Jugendlichen mit Zahnspangen in Wien rechnet Reischl mit Mehrkosten von 20 bis 30 Millionen Euro. Diese Kosten über eine Zweckbindung der Tabaksteuer zu finanzieren hält die WGKK-Obfrau für eine gelungene Variante.