Erstellt am 06. April 2012, 16:23

ÖVP-Wirtschaftsbund will Krankenstände beschneiden. Für den ersten Krankenstands-Tag soll es kein Gehalt mehr geben, wenn es nach den Vorstellungen des VP-Wirtschaftsbund-Generalsekretärs Peter Haubner geht.

Er will damit Kurz-Krankenstände eindämmen, wie er im "Kurier" (Samstagausgabe) erklärte. Vorbild sei Schweden: Dort werde der erste Krankenstandstag seit 1993 nicht bezahlt. Dort seien die Krankenstände dadurch massiv zurückgegangen.

In Österreich seien Krankenstände insgesamt in den vergangenen 20 Jahren leicht rückläufig gewesen - im Schnitt von 15,2 auf 12,9 Tage pro Arbeitnehmer in einem Jahr. Demgegenüber hätten sich die Kurzkrankenstände (bis zu drei Tage) in der Zeit verdoppelt. Haubner spricht von Handlungsbedarf und fordert, "dass die Entgeltfortzahlung erst am zweiten Tag beginnt".

Niemand solle bestraft werden, so Haubner in der Zeitung. Es solle nur ein Beitrag für mehr Gerechtigkeit sein. Die Unternehmer zahlten einen Großteil des Kindergeldes, der Schulbücher, der Freifahrten, dann gab es Forderungen nach einem Papa-Monat und der Pflegeurlaub solle auch ausgedehnt werden. "Da muss man einmal Stopp sagen." Er glaube, dass auch die Arbeitnehmer einen Beitrag leisten könnten. Ihm gehe es darum, dass ein Kostenbewusstsein entstehe. In der Entgeltfortzahlung eingespartes Geld könne, so der Wirtschaftsbündler, in die betriebliche Gesundheitsvorsorge investiert werden.

Wieviel die Mitarbeiter verlieren würden, würde der erste Krankenstandstag nicht bezahlt, hat Haubner auch schon ausgerechnet: Seinen Angaben nach würde das Minus bei einem Angestellten, der 1.000 Euro (brutto) verdient, 38,60 Euro (netto) im Monat ausmachen. Bei einem Einkommen von 2.500 Euro wären es um 75,90 Euro weniger.