Erstellt am 10. Juni 2013, 18:18

Offener Brief mit Kritik. Hatten die Kritiker innerhalb der FPÖ Burgenland am Parteitag im April geschwiegen, so regt sich nun Unmut in schriftlicher Form.

In einem von zwei Delegierten unterzeichneten Offenen Brief werden die jüngsten Personalrochaden im Parteimanagement ausdrücklich missbilligt. Außerdem wird gefordert, dass ein außerordentlicher Landesparteitag die Kandidaten für die nächste Landtagswahl küren soll. Parteiobmann Tschürtz meinte zur Kritik:: "Ich sehe das gelassen." Man wolle mit den Kritikern das Gespräch suchen.

Im Brief an den Landesparteichef, dem auch eine "Resolution" angefügt ist, heißt es unter anderem: "Der Landesparteitag vom 14. April 2013, Geschehnisse davor und vor allem die Ereignisse danach haben Unmut und Sorge unter den Freiheitlichen des Burgenlandes in einem besorgniserregenden Ausmaß anwachsen lassen." Große Teile der Parteibasis seien "enttäuscht, entmutigt, vielfach auch erbost", die "Kluft zwischen Parteispitze und Parteibasis ist seit dem 14. April größer geworden", argumentieren die Verfasser.

Zentrales Anliegen sei "die maßgebliche Einbindung der Parteibasis in die Erstellung der Kandidatenliste für die Landtagswahl 2015". Dies wird auch in der Resolution gefordert, die nach Angaben der Kritiker bereits 42 Parteitagsdelegierte unterschrieben hätten.

Primäres Ziel sei "eine Änderung der Art zu bewirken, wie die Parteiführung agiert", so Ulrich Rapp, einer der Unterzeichner des Briefes. Zur Personalrochade - der Landesgeschäftsführer sowie der Landesparteisekretär und Klubdirektor waren durch ein neues Trio ersetzt worden - meinte Rapp: "Man macht nicht Tabula Rasa. Damit schadet man sich."

Als Sprecher der Kritiker will sich der pensionierte Jurist und frühere Bezirksparteiobmann von Eisenstadt jedoch nicht verstanden wissen. Es gebe vielmehr "ein schwaches Dutzend Leute, die nach dem Landesparteitag beschlossen haben, dass wir jetzt etwas tun werden."

"Ich habe kein Problem damit, wenn zukünftig eine breitere Parteibasis eingebunden wird", meinte Tschürtz zu den im Brief erhobenen Forderungen. Die neuen Landesgeschäftsführer Christian Ries und Peter Jauschowetz würden mit den Unterzeichnern des Briefes sprechen. Danach soll im Landesparteivorstand diskutiert werden.

Das neue Trio in der Organisation sei in einem "langen und breiten Prozess" mit 19 Bewerbern gefunden worden. "Aus meiner Sicht ist das ok", sagte Tschürtz und fügte hinzu: "Ich würde dem neuen Team ein bisschen eine Chance geben."