Erstellt am 10. September 2014, 07:02

von Wolfgang Millendorfer

Opposition: Kuriose Ideen. Vom „Riesenjoint“ bis zur Ebola-Versuchsstation im Burgenland – Kleinparteien wollen mit ihren Forderungen auffallen.

Liste Burgenland: Manfred Kölly (l.) und Wolfgang Rauter suchen vor der Wahl oppositionelle Mitstreiter.  |  NOEN, BVZ
Während sich für den Herbst bereits die ersten Wahlkampf-Schauplätze abzeichnen, fallen die Oppositionsparteien derzeit durch alternative Themen auf.

NEOS schlugen Quarantänestation vor

Die kurioseste Forderung kam von den NEOS: Nachdem man das Lichtspielgesetz aus 1960 und das Tanzlehranstaltengesetz ironisch durchleuchtet hatte, schlug man nun vor, im leer stehenden Pflegeheim Hirschenstein eine Quarantänestation für Ebola oder Vogelgrippe einzurichten.

„Dieser Vorschlag ist ernst gemeint“, sagt NEOS-Landessprecher Christian Schreiter: Die Abgeschiedenheit des Hauses könne für die Untersuchung hochinfektiöser Krankheiten genutzt werden. Und, so Schreiter: „Wir wollen keine Zurufer sein, sondern abseits der Tagespolitik neue Themen weiterdenken.“

„Kein Widerspruch zur Kontrollpolitik“

Auffallen wollten in der Vorwoche auch die Jungen Grünen, die mit einem „Riesenjoint“ die Legalisierung von Cannabis forderten. Kritik gibt es vom Ring Freiheitlicher Jugend, der zuletzt mit seiner „Echte-Frauen“-Kampagne für Proteste sorgte.

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Für Grünen-Chefin Regina Petrik, die sich aktuell für eine Eltern- und Pflegekarenz für Landtagsabgeordnete einsetzt, ist Originalität kein Widerspruch zu kritischer Politik: „Wir haben beides im Auge. Die Kontrolle üben wir mit Bedacht aus, im Hintergrund wird recherchiert.“

LBL ortet allerorts Polit-Baustellen

Das Team Stronach setzt mit der Resolution gegen das Freihandelsabkommen auf ein globales Thema; im Land ortet die LBL allerorts Polit-Baustellen. Um schlagkräftiger zu sein, basteln Manfred Kölly und Co. an einem Oppositions-Bündnis.

FPÖ-Chef Hans Tschürtz meldete sich ebenfalls mit Kritik an der Regierung zu Wort. Aber auch die Freiheitlichen hatten bereits sehr originelle Ansätze: Etwa, als vor einigen Jahren ein „Ess-Verbot“ beim Autofahren gefordert wurde …