Erstellt am 20. Juli 2011, 13:46

Opposition schießt sich auf Airport-Besetzung ein. Die Oppositionsparteien sind mit der Besetzung der Flughafen-Spitze alles andere als einverstanden und sprechen von einem "Proporz-Desaster". Am Dienstag wurde bekannt, dass Julian Jäger - bisher Chef des Flughafens Malta - und Günther Ofner - bisher Vorstand der Burgenland Holding - ab Anfang September den Zweiervorstand der börsenotierten Flughafen Wien AG stellen werden.

Noch am Dienstagabend hat der Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger von einem Rückfall in die Pfründe-Wirtschaft gesprochen. Am Dienstag folgten die politischen Parteien. "Ich hätte dieses Proporz-Desaster verhindert", meinte etwa die Grüne Klubobfrau in Niederösterreich, Madeleine Petrovic, die sich selber für einen Vorstandsposten am Flughafen beworben hatte. Mit ihrer Kandidatur habe sie genau dieses "heuchlerische Spiel" aufzeigen wollen. Der Flughafen bleibe das Spielfeld von Landesfürsten, denen es nur um den Erhalt von Machtpositionen gehe.

Der Landessprecher der Grünen Wirtschaft in Wien, Hans Arsenovic, sah mit der Vorstände-Kür am Airport "SPÖVP wieder einmal in Höchstform". Dass unter mehr als hundert Bewerbern ausgerechnet die beiden mit den besten Parteikontakten das Rennen machten, ist für ihn eine "Verhöhnung der Aktionäre und Steuerzahler".

Von einer "Provokation der Sonderklasse" sprach FPÖ-Generalsekretär Vilimsky. Die internationale Ausschreibung hätte man sich schenken können, wenn ohnehin nur das Parteibuch zähle. Damit mache sich Österreich international lächerlich. Vilimsky warf SPÖ und ÖVP vor, die Bevölkerung für dumm verkaufen zu wollen und "den beiden Polit-Sauriern Häupl und Pröll, dass sie sich keinen Deut um die mehr als schiefe Optik scheren würden und beinhart ihre Machtinteressen durchsetzten." Auch in den Augen von BZÖ-Generalsekretär Christian Ebner feiert der rot-schwarze Proporz am Airport "fröhliche Urständ".