Erstellt am 21. Januar 2014, 14:25

ORF-Pension von Freund angeblich schon ausbezahlt. Der frühere "ZiB"-Moderator und nunmehrige SPÖ-Spitzenkandidat bei der EU-Wahl, Eugen Freund, soll sich 1999 seine bis dahin angefallenen Pensionsbeträge vom ORF auszahlen haben lassen.

Freund sei damals nicht von der Betriebspension in die ausgelagerte ORF-Pensionskasse umgestiegen. Freund hatte jüngst bekräftigt, keine Pension vom ORF zu erhalten. Sowohl gegenüber dem Nachrichtenmagazin "profil" wie der Gratiszeitung "Heute" gab Freund an, derzeit weder vom ORF eine Pension noch Arbeitslosengeld zu beziehen. Im Herbst hatte er in einem Interview mit "TV-Media" erklärt, noch nicht "alt genug" für eine Pension zu sein, habe er seine Jahre doch noch nicht zusammen und könne nicht von dem leben, "was mir laut ASVG zustehen würde". Freund war - mit Unterbrechungen - seit 1974 für den ORF tätig.

Jahressalär von 120.000 Euro?

In der aktuellen Ausgabe berichtet "TV-Media" wiederum, dass Freund zuletzt beim ORF ein Jahresgehalt von knapp weniger als 120.000 Euro bezogen habe. Zudem soll er vom öffentlich-rechtlichen Unternehmen zum Abschied 250.000 Euro - 25 Monatsgehälter als Abfertigung sowie Urlaubsauszahlung - erhalten haben. Beim ORF wollte man diese Zahlen zwar nicht kommentieren, allerdings habe Freund nichts bekommen, was ihm nicht zugestanden wäre. Für eine Stellungnahme waren Freund und sein Sprecher für die APA vorerst nicht zu erreichen.

FPÖ-Generalsekretär Kickl zeigte sich empört über "die Abzockermentalität des Neo-Politikers" und forderte Freund dazu auf, die Höhe der Pensionszahlung im Jahr 1999 bekannt zu geben. Spätestens jetzt sei Freund "für alle ASVG-Pensionisten, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben (...) unwählbar geworden".

Arbeitergehälter-Sager sorgte für Aufregung

Der ehemalige Moderator hatte zuletzt mit einer Aussage über Arbeitergehälter für Aufregung gesorgt. Gegenüber dem "profil" hatte der Politik-Quereinsteiger den Durchschnittsverdienst eines Arbeiters auf etwa 3.000 Euro geschätzt. Die SPÖ-Parteispitze stellte sich daraufhin demonstrativ hinter ihren Spitzenkandidaten für die EU-Wahl und versuchte zu kalmieren.

Unterdessen hielt der Wiener Bürgermeister Häupl die Diskussion um die Aussagen des SPÖ-Spitzenkandidaten für die EU-Wahl für übertrieben. Die Debatte sei "maßlos überhöht", erklärte er am Dienstag. "Ich halte es mit (SPÖ-Klubobmann, Anm.) Andi Schieder: die SPÖ hat nicht einen Vorschlag gesucht für den Direktor des statistischen Instituts, sondern für jemand, der Österreich besonders optimal im Parlament der Europäischen Union vertritt. Und du meine Güte, ich bin überzeugt davon, dass nur ganz wenige Moderatoren des ORF gewusst hätten, wie hoch das Durchschnittseinkommen des österreichischen Arbeiters ist", sagte Häupl.