Erstellt am 14. Juli 2011, 11:13

Pädagogen ohne Uni-Ausbildung in Europa selten. Mit der von der Regierung geplanten Aufwertung der Pädagogen-Ausbildung würde Österreich einem breiten Trend folgen. Das zeigt eine aktuelle Studie, der zufolge in der überwiegenden Mehrheit der europäischen Länder ein Universitätsstudium in diesem Bereich die Norm ist. So werden etwa Kindergartenpädagogen lediglich in Österreich und Malta nicht an Hochschulen ausgebildet.

Zudem ist die Dauer der Ausbildung zum Kindergartepädagogen mit fünf Jahren in Österreich außergewöhnlich lang. Nur in Frankreich und Polen sind ebenso viele Jahre veranschlagt, jedoch auf akademischen Niveau. Das zeigt der Vergleich von 31 Staaten durch "Eurydice", das Informationsnetz zum Bildungswesen in Europa.

Auch die Volksschullehrerausbildung findet fast in ganz Europa an den Unis statt, neben Österreich setzen nur Belgien, Luxemburg und Rumänien auf berufsbezogen ausgerichtete Bildungsgänge. Irland, Litauen und Polen bieten beide Varianten an. In Belgien und Deutschland bekommen Pädagogen für den Elementarbereich eine praxisorientierte Ausbildung auf einem Niveau, das mit den Pädagogischen Hochschulen (PH) oder Fachschulen in Österreich vergleichbar ist. In 17 Ländern werden sie an den Unis ausgebildet.

Mit der Ausbildung der Hauptschullehrer an den PH ist Österreich fast schon ein Unikum in Europa, nur Belgien bildet auch Lehrer für die Zehn- bis 14-Jährigen nicht an den Unis aus. Dass Lehrer für die Altersgruppe der Zehn- bis 14-Jährigen keine Uni besuchen, ist überhaupt die Ausnahme: nur in Belgien und bei den Hauptschullehrern in Österreich ist das der Fall.

Lehrer für die Sekundarstufe II werden laut "Eurydice" in allen untersuchten Ländern an den Unis ausgebildet - wobei in Österreich zumindest in einigen Bereichen auch das nicht zutrifft. So kann das Lehramt für berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) in einigen Fachbereichen auch an einer PH erworben werden. Und jene Lehrer, die aus der Praxis an die BMHS geholt werden, bekommen sowohl ihre Berufseinführung als auch ihre berufsbegleitende pädagogisch-didaktische Ausbildung an den PH.