Erstellt am 05. März 2012, 13:38

Papa-Monat - Grüne und BZÖ fordern Umsetzung. Grüne und BZÖ haben am Montag die Diskussion in der Regierung über einen oder mehrere Papa-Monate in der Privatwirtschaft kritisiert und stattdessen eine Umsetzung gefordert.

Die FPÖ sprach sich indes gegen jegliche Verpflichtung aus. "SPÖ und ÖVP sollen das 'ständige Hinauflizitieren' bei den 'Papa-Monaten' beenden und endlich das Modell mit einem Monat umsetzen", verlangte BZÖ-Familiensprecherin Ursula Haubner in einer Aussendung. Man solle den Vätern in den ersten zwei Monaten die Möglichkeit geben, diesen Papa-Monat in Anspruch zu nehmen, wenn die Väter das wollen.

"Von einem umgesetzten Papa-Monat haben die Familien viel mehr als von drei angekündigten Monaten", findet auch die Grüne Frauensprecherin Judith Schwentner. Die von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) angeführten wirtschaftlichen Gründe seien jedenfalls ein "reines Ablenkungsmanöver".

Die FPÖ beschäftigte unterdessen vor allem eine mögliche Verpflichtung - FPÖ-Familiensprecherin Anneliese Kitzmüller ist gegen einen oder mehrere verpflichtende Papa-Monate. Ein Zwang in diesem Zusammenhang sei auf jeden Fall der "absolut falsche Ansatz". Kitzmüller forderte auch erneut ein Forcieren der Langvariante bei der Kinderbetreuung.

Auch ÖAAB-Chefin und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, von der der Vorschlag gekommen war, dass Väter nach der Geburt ihres Kindes gleich drei Monate in Karenz gehen können, plädierte im "Kurier" und im ORF-"Mittagsjournal" in Sachen Verpflichtung wie ihr Parteikollege Mitterlehner für Wahlfreiheit. Mitterlehners Argumentation bezüglich möglicher Schwierigkeiten für die Wirtschaft teilt Mikl-Leitner aber offenbar nicht: Die Herausforderung für Unternehmen bleibe die gleiche, egal, ob Frauen oder Männer in Karenz gingen.