Erstellt am 21. Februar 2013, 07:42

Papst erwägt "Präzisierungen" zur Wahl. Papst Benedikt XVI. erwägt "Präzisierungen" zu der im März auf dem Programm stehenden Wahl seines Nachfolgers.

Dabei dürfte es vor allem um die Wahlordnung beim Konklave gehen. Offen ist aber auch noch die Frage, ob die Papstwahl bereits vor dem 15. März beginnen sollte.

Von einem möglichen Apostolischen Schreiben (Motu proprio) des Papstes, der am 28. Februar zurücktreten will, berichtete Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Mittwoch in Rom. "Ich weiß nicht, ob er es dabei für notwendig ansehen wird, auch die Frage des Konklave-Beginns genauer zu fassen", sagte Lombardi.

Das Konklave zur Wahl des Oberhaupts der Katholiken könnte schon vor Ablauf der üblichen Frist von 15 Tagen nach Beginn der Sedisvakanz ("leerer Stuhl Petri") anfangen, hatte Lombardi am Samstag erklärt. Die vorgesehene Frist von 15 bis 20 Tagen bis zum Beginn des Konklave soll wahlberechtigten Kardinälen normalerweise Zeit geben, um aus aller Welt nach Rom zu reisen. Da Benedikt seinen Rücktritt früh angekündigt hatte, könnten sich die insgesamt 117 wahlberechtigten Kardinäle aber auf eine baldige Anreise einstellen.

Die Kurienkardinäle in Rom müssten nach den vatikanischen Regeln zwar 15 Tage auf die anderen Purpurträger aus aller Welt warten, erläuterte der Vatikan-Historiker Ambrogio Piazzoni am Mittwoch in Rom. "Das kann aber bedeuten, dass nicht mehr abgewartet werden muss, sobald die anderen Kardinäle in Rom sind." Damit könnte die Papstwahl auch vor dem 15. März beginnen. Für jeden wahlberechtigten Kardinal ist die Teilnahme Pflicht, es sei denn, er ist etwa durch Krankheit verhindert.

Ein Beginn um den 10. März erlaube es bei einer Einigung auf den neuen Papst binnen drei oder vier Tagen, dass das neue Kirchenoberhaupt sein Pontifikat zum Fest des Heiligen Josef, dem einzigen wichtigen kirchlichen Feiertag der derzeitigen Fastenzeit, antrete, berichteten Vatikan-Insider. So könnte sich der neue Papst besser auf die Karwoche vorbereiten, außerdem könnten die Kardinäle zum Osterfest wieder in ihren Diözesen sein.

Benedikt hatte bereits 2007 die Regeln für das Konklave verändert. Für die Papstwahl ist demnach eine Mindestzahl von 78 Stimmen notwendig. Benedikt gehe es jetzt noch um eine "Harmonisierung" der diversen Dokumente zum Konklave, sagte Lombardi. Er habe bis 19.59 Uhr am 28. Februar Zeit für seine Entscheidungen. Benedikt tritt an dem Tag um 20.00 Uhr zurück.

Der Papst hatte am 11. Februar überraschend angekündigt, mit 28. Februar aus dem Amt auszuscheiden. Unmittelbar danach hatte es geheißen, bis Ostern solle es ein neues Kirchenoberhaupt geben. Benedikt ist der erste Papst der Neuzeit, der sein Amt freiwillig aufgibt. Als Grund gab der 85-Jährige an, seine Kräfte reichten nicht mehr zur Ausübung des Amtes.