Erstellt am 21. November 2013, 10:00

Parlament: Nachhaltige Sanierung und Vollauszug. Das Projektteam zur Vorbereitung der Parlamentssanierung empfiehlt dem Nationalrat eine nachhaltige Sanierung sowie die Vollabsiedlung aus dem Gebäude.

Das geht aus Unterlagen hervor, die den Parlamentsklubs am Mittwochabend übergeben wurden. Insgesamt stehen sechs mögliche Varianten zur Auswahl mit Kosten zwischen rund 16 und 480 Millionen Euro.

Sechs Entscheidungsalternativen wurden aufbereitet

"Nicht zum Vergnügen und nicht weil uns fad ist", sondern weil es dringend nötig ist, muss das Haus am Ring renoviert werden, erklärte Parlamentsdirektor Harald Dossi am Mittwochabend bei einem Hintergrundgespräch vor Journalisten. Das Parlament weist zum Teil bereits gravierende Mängel auf.

Das Projektteam hat sechs Entscheidungsalternativen inklusive "Preiszettel" aufbereitet, so Dossi. Die Restnutzung (Kosten: 15,9 Mio. Euro) sieht vor, dass aufgrund der stetig steigenden Haftungsproblematik der Betrieb im Gebäude schrittweise eingestellt wird und in eine Ersatzlokation umgesiedelt werden muss.

Die Instandsetzung (280,7 Mio. Euro) ist die minimalste Sanierungsvariante mit der Behebung aller Schäden und der unveränderten Nutzung der Räumlichkeiten.

Projektteam für Variante der nachhaltigen Sanierung

Die Grundsanierung (329,8 Mio. Euro) beinhaltet die Instandsetzung sowie die Schaffung der baulichen Voraussetzungen, um derzeit ungenutzte Flächen später etwa für Büros nutzen zu können. Die nachhaltige Sanierung (352,2 Mio. Euro) - für diese Variante spricht sich das Projektteam aus - sieht neben der Instandsetzung auch die Nutzung der derzeit nicht genutzten Flächen wie etwa des Dachbodens vor.

Unter der Sanierungsvariante "Architektonisches Zeichen" (418,0 Mio. Euro) ist ein architektonisches Konzept mit Außenwirkung vorgesehen. Dies könnte etwa ein Turm oder eine Kuppel sein, noch ist nichts konkret. Dem Planer stünden hierzu etwa 30 Mio. Euro zur Verfügung.

Die letzte Variante wäre die Errichtung eines neuen Parlamentsgebäudes (484,4 Mio. Euro). Was die Kosten anbelangt, wurde eine Reserve von 25 Prozent vorgesehen.

WU oder Hofburg als Ersatzquartiere im Gespräch

Während der Baumaßnahmen müsste der Betrieb abgesiedelt werden, auch hier gibt es mit der Vollabsiedlung oder der Teilabsiedlung zwei in die Baukosten nicht eingerechnete Möglichkeiten.

Parlamentsvizedirektor Alexis Wintoniak unterstrich, dass die Kosten für eine Teilabsiedlung mit 96,9 Mio. Euro höher wären als jene für eine Vollabsiedlung, die sich je nach Ausweichquartier auf 41,41 bis 54,24 Mio. Euro belaufen.

Bezüglich eines Ersatzquartiers gibt es laut Wintoniak noch keine Entscheidung. Er verwies etwa auf die in den Medien genannte Wirtschaftsuniversität oder die Hofburg.