Erstellt am 13. Februar 2013, 12:28

Parlament weist Kritik an Sanierung zurück. Der Leiter des Projektteams zur Vorbereitung der Parlamentssanierung, Alexis Wintoniak, weist die Kritik der Architektenkammer am Vergabeverfahren zurück.

Laut Wintoniak sei der von der Kammer geforderte Architektenwettbewerb schon aus rechtlichen Gründen unmöglich gewesen. Dennoch sei man bemüht, auch in das nun geplante Vergabeverfahren eine anonymisierte Wettbewerbsphase einzubauen.

Georg Pendl, Präsident der Bundeskammer der Architekten, forderte am Mittwoch einen offenen Architektenwettbewerb für die geplante Sanierung des Parlamentsgebäudes. Dies ist laut Wintoniak allerdings rechtlich nicht mehr möglich. Grund dafür ist nach Angaben des Parlaments-Vizedirektors, dass bereits 2008 ein Wettbewerb zur Sanierung des Nationalrats-Sitzungssaals durchgeführt wurde.

Zwar wurde das damals ausgewählte Konzept nicht umgesetzt, weil man zwischenzeitlich zur Auffassung gelangte, dass nicht nur der Plenarsaal saniert werden muss, sondern das gesamte Gebäude. Allerdings betonte Wintoniak, dass ein neuerlicher Wettbewerb für die Gesamtsanierung nicht mehr möglich sei.

Grund: Laut Vergaberecht muss bei einem Architektenwettbewerb bis zum Schluss Anonymität gewährleistet sein. Sollte sich ein Architekt mit einem schon 2008 eingereichten Konzept nun noch einmal bewerben, wäre die Anonymität allerdings gefährdet, weshalb die Vergabe rechtswidrig sein könnte.

"Die Kritik der Kammer ist nicht nachvollziehbar", betont Wintoniak - zumal man sich bei der Vergabe des Generalplaners von hochrangigen Architekten beraten lasse. Bis 22. März können Anträge eingebracht werden. Abgeschlossen sein soll das Verfahren Ende 2013. Danach soll auch eine Vorentscheidung über die Baukosten fallen. Der Rechnungshof rechnet mit über 500 Mio. Euro.