Erstellt am 28. Februar 2012, 10:45

Parlamentsdirektor Dossi will Haus am Ring öffnen. Der bereits vor rund zwei Wochen designierte künftige Parlamentsdirektor Harald Dossi hat sich am Dienstag erstmals der Presse gestellt.

Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Nationalratspräsidentin Prammer erklärte der 50-Jährige Klagenfurter, er wolle die Öffnung des Hauses am Ring weiter vorantreiben. Er freue sich darauf, in seinem Berufsleben noch einmal "etwas ganz anderes" machen zu dürfen.

Prammer attestierte dem bisherigen Leiter der Sektion IV im Bundeskanzleramt "große Kenntnis im Verfassungsrecht" und "umfangreiche Erfahrung". Dossi wird mit 1. März die Nachfolge von Georg Posch antreten, dieser sei bereits am Montag in einer würdigen Zeremonie verabschiedet worden, so Prammer. Sie freue sich, dass sich Dossi beworben habe und letztlich für die Position ausgewählt worden sei. Prammer sprach von "vielfältigen Herausforderungen" für den neuen Direktor, neben der weiteren Öffnung des Hauses erwähnte sie etwa die "bestmögliche" Unterstützung der politischen Arbeit der Abgeordneten - und nannte in diesem Zusammenhang explizit den laufenden Untersuchungsausschuss.

Auch Dossi erklärte, die weitere Öffnung des Hauses nach außen sei ihm ein besonderes Anliegen: "Das, was hier passiert, soll öffentlich sein", so der künftige Direktor. Gefragt nach der anstehenden Sanierung des Parlaments sagte Dossi, dies sei vor allem eine politische Entscheidung, die noch zu treffen sei. Unmittelbare Angst, dass ihm die Decke auf den Kopf falle, habe er jedenfalls keine, meinte er auf eine entsprechende Frage. Prammer betonte, dass sie stets gesagt habe, dass Ende 2013/2014 diese Entscheidung zu treffen sein werde, bis dahin werde man in der Direktion die vorbereitenden Arbeiten fortsetzen.

Dossi kann auf eine fast 25-jährige Erfahrung im Verwaltungsbereich verweisen. Der Jurist gilt als Verfassungsexperte und Kenner der europäischen Integration. Nach einer Uni-Assistenz in Graz war er im Völkerrechtsbüro des Außenministeriums tätig und kam schließlich ins Bundeskanzleramt, wo er insbesondere für internationales Wirtschaftsrecht sowie für rechtliche Angelegenheiten der europäischen Integration verantwortlich war. Seit 2007 war er Leiter der Sektion IV (Koordination). Harald Dossi ist verheiratet, er hat einen Sohn und eine Tochter.