Erstellt am 31. Juli 2013, 13:43

Parteien feiern "Tax Freedom Day". Laut der Berechnung des wirtschaftsliberalen "Austrian Economics Center" arbeitet ein Durchschnitts-Österreicher den Großteil des Jahres zur Abzahlung seiner Steuern, erst ab 31. Juli bleibt ihnen das Geld im Börserl.

Auf wahlkampfbedingt große Resonanz ist dieser sogenannte "Tax Freedom Day" am Mittwoch gestoßen.

Die ÖVP nutzte das Datum, um einmal mehr vor "Faymann-Steuern" zu warnen. Die SPÖ verteidigte sich mit der Forderung nach Steuersenkungen für den Mittelstand. Und die Opposition attackierte beide Koalitionspartner.

"Seit heute können die Steuerzahler für sich selbst arbeiten. Wenn es nach den Plänen des gescheiterten Verteidigungsministers geht, wird dieser Termin in Zukunft aber mit dem Schulbeginn zusammenfallen", warnte VP-Generalsekretär Hannes Rauch in Richtung SP-Geschäftsführer Norbert Darabos.

Die Opposition schoss sich indessen auf beide Koalitionspartner ein. "Dank SPÖ und ÖVP ist Österreich bei der Steuer- und Abgabenlast 'Weltmeister'", kritisierte Robert Lugar vom Team Stronach und forderte "Fair Tax" genannte Steuerreform - also eine 25-prozentige Flat Tax anstatt des bisher progressiven Steuersystems. Das BZÖ sieht sich indessen als "einzig glaubwürdige Steuersenkungs- und Entlastungspartei". Obmann Josef Bucher wirft SPÖ und ÖVP einen "verlogenen Entlastungswettbewerb ohne jeden Umsetzungswillen" vor.

Den bisher spätesten "Tax Freedom Day" hat es laut der AEC-Berechnung übrigens im Jahr des schwarz-blauen Nulldefizits 2001 gegeben - damals lag er am 18. August. Das vom neoliberalen Think-Tank errechnete Datum ergibt sich, wenn man die jährliche Steuer- und Abgabenleistung mit dem Volkseinkommen vergleicht. Würde man als Vergleichsgröße, wie bei internationalen Steuervergleichen üblich, die jährliche Wirtschaftsleistung verwenden, dann wäre der "Tax Freedom Day" heuer bereits im Juni gewesen.