Erstellt am 11. April 2013, 14:07

Patentanmeldungen gestiegen, Unis deutlich aktiver. Patentanmeldungen in Österreich sind 2012 im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 2.552 gestiegen. Die Anzahl der Gebrauchsmuster ging hingegen deutlich um rund 12 Prozent auf 711 zurück.

In wirtschaftlichen schwierigen Zeiten würden Unternehmen und Erfinder verstärkt auf das "harte Patent" setzen, anstatt auf das "weiche Patent" Gebrauchsmuster, sagte Patentamtschef Friedrich Rödler am Donnerstag.

Von den 3.263 angemeldeten Erfindungen stammten 485 aus dem Ausland und 2.778 (2011: 2.780) aus Österreich. Am meisten Erfindungen meldete im vergangenen Jahr der Grazer Motorenentwickler AVL List mit 75 Patenten bzw. registrierten Gebrauchsmustern an, gefolgt vom Vorarlberger Beschlägehersteller Blum mit 57 Erfindungen und Siemens mit 45 Registrierungen.

Besonders erfreut zeigte sich der Patentamtspräsident mit den deutlich gestiegenen Erfindungsanmeldungen von Österreichs Universitäten. Alle Hochschulen zusammengezählt würden sie 2012 auf Rang vier des Erfindungrankings mit 36 Anmeldungen liegen, davon 20 von der TU Wien. In den Jahren davor seien es nur zwischen 23 und 25 Anmeldungen gewesen, so Rödler.

Beim Europäischen Patentamt haben Österreicher im vergangenen Jahr mit 1.879 Anmeldungen um acht Prozent mehr Erfindungen angemeldet. Bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum gingen Österreichs Anmeldungen hingegen um knapp 2 Prozent auf 1.323 zurück.

Positive Impulse erwartet sich der Patentamtschef vom für 2015 geplanten EU-Patent. Die Anmeldekosten für einen EU-weiten Schutz würden von derzeit 30.000 Euro auf schätzungsweise 8.000 Euro sinken.

Im Bundesländervergleich liegt Oberösterreich mit 742 Erfindungsanmeldungen wie in den Vorjahren auf Rang eins, gefolgt von Wien (503), Niederösterreich (450) und Steiermark (414). Am wenigsten Anmeldungen gab es aus dem Burgenland (46) und aus Salzburg (117).