Erstellt am 10. Januar 2013, 15:20

Paulus weist Vorwürfe von Monika R. zurück. Der derzeit suspendierte Leiter der Finanzabteilung des Landes Salzburg, Eduard Paulus, hat am Donnerstag Stellung zu den jüngst veröffentlichten Vernehmungsprotokollen der im Finanzskandal beschuldigten Monika R. genommen.

In der Einvernahme belastete die entlassene 41-jährige Mitarbeiterin der Finanzabteilung ihren ehemaligen Vorgesetzten schwer. Paulus habe als Mitglied des Finanzbeirates wiederholt Entscheidungen gegen ihren Rat umgesetzt. Zudem habe er schon Ende 2011 von der Manipulation von Protokollen des Finanzbeirates gewusst. Auch die mehrfache Kopie einer Unterschrift eines Mitarbeiters auf eine Geschäftsbestätigung soll ihm bekannt gewesen sein.

Paulus wies dies am Donnerstag als "glatte Lüge" zurück. Von der Manipulation der Protokolle habe er erst am 5. Dezember erfahren. Der Mitarbeiter der Frau habe wiederholt gegen Geschäfte von ihr protestiert. Paulus warf R. vor, nur Verwirrung schaffen und Stimmung für sich machen zu wollen. "Ende November hat sie von einem Loch von 340 Mio. Euro gesprochen, jetzt bringt sie auf einmal das Jahr 2008 ins Spiel. Das ist ganz ein anderes Thema."

Der suspendierte Leiter der Finanzabteilung bestätigte am Donnerstag die Existenz eines sogenannten "Reserve-Swaps", das laut R. in guten Zeiten mit über 270 Mio. Euro gefüllt war. "Dieses Absicherungsgeschäft war eine Empfehlung des Finanzbeirates. Wir haben von Gewinnen große Teile zurückgelegt, um Polster zu haben, wenn die Marktlage in Schieflage gerät. Darum sind wir im Jahr 2008/2009 noch mit einem blauen Auge davon gekommen." Paulus betonte, dass es keine Verluste gab, die im Budget schlagend wurden.

Zuletzt kündigte er an, gegen seine Suspendierung Berufung einzulegen. "Ich habe dazu zwei Wochen Zeit und bereite den Einspruch gerade mit meinem Anwalt vor."