Erstellt am 15. August 2012, 00:00

PENDLERGELD. NEUES MODELL / SP und VP fordern unisono mehr Gerechtigkeit bei Pendler-Abrechnung. Dennoch gibt es Partei-Geplänkel.

Parkpickerl-Ärger. Auch Landesvize Franz Steindl unterschrieb den Protest-Brief an das Wiener Rathaus. FOTO: ZVG  |  NOEN, ZVG

VON WOLFGANG MILLENDORFER

In der Sache ist man sich über Ländergrenzen hinweg einig – wie so oft wird jetzt aber diskutiert, wer‘s erfunden hat. Nachdem Landeschef Hans Niessl die Diskussion um den „Pendler-Euro“ (siehe Kasten oben) neu angeheizt hat, meldete sich am Montag Niederösterreichs Landesvize Wolfgang Sobotka (ÖVP) zu Wort – immerhin sei das Modell vom NÖAAB mühsam erarbeitet und im niederösterreichischen Landtag von ÖVP, SPÖ und FPÖ beschlossen worden. Einen gemeinsamen Antrag gab es auch im burgenländischen Landtag, ebenso wie länderübergreifende Initiativen.

SPÖ-Kritik an Fekter und  ÖVP-Protest gegen Häupl

 

Ganz einig ist man sich dann aber doch nicht. Die SPÖ hat im Streit ums Pendlergeld zuletzt wieder VP-Finanzministerin Maria Fekter ins Visier genommen und spricht von einer „Blockadepolitik als Schlag ins Gesicht der Arbeitnehmer“. Die ÖVP macht indes mit Protestbriefen gegen Wiens SP-Bürgermeister Michael Häupl und die von Rot und Grün beschlossene Ausweitung des Parkpickerls mobil.

Dennoch zeigt man sich von allen Seiten erfreut über die „breite Basis“ für eine Neuregelung des Pendlergeldes. Der Tenor: Angesichts der hohen Spritpreise sei eine kilometergenaue Abrechnung ein wichtiger Beitrag zur Pendler-Förderung.

Das aktuelle System sieht für die Fahrtkosten zusätzliche Abgeltungen vor: Das kleine Pendlerpauschale beträgt monatlich maximal 168 Euro, das große Pendlerpauschale maximal 306 Euro.

Das Modell des „Pendler-Euro“ hingegen sieht eine Förderung von mindestens 500 und höchstens 2600 Euro vor. Berechnet wird der „Pendler-Euro“ anhand einer einfachen Fahrtstrecke zum Arbeitsplatz – multipliziert mit 40 ergibt das den Netto-Förderungsbetrag pro Jahr. Befürworter sprechen von gerechterer, weil kilometergenauer Abrechnung.