Erstellt am 08. August 2012, 00:00

Pension bereits kassiert?. BEGAS-SKANDAL / Laut einem Zahlschein wären für Simandls Pension 21 Millionen Schillinge vorgesehen gewesen. Hinterlegt wurde der Betrag bereits im Jahr 2000.

Michel Reimon, Landtagsabgeordneter der Grünen, findet es unerträglich, „dass nur zugegeben wird, was ohnehin durchsickert.“ Er fordert die umgehende Veröffentlichung des BEGAS-Prüfberichtes durch den neuen Aufsichtsrat.SEEBACHER  |  NOEN
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Die endgültigen Experten-Prüfungsberichte zur Causa BEGAS liegen nun vor. BEWAG-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Kaltenbacher dazu: „Diese wurden sofort an die Kripo Eisenstadt zur Weiterleitung an die Staatsanwaltschaft übergeben, welche schon von sich aus in dieser Angelegenheit ermittelte und über eine Anklage entscheiden wird“. Und: „Die Entlassung der beiden ehemaligen Vorstände war richtig und wichtig“.

21 Millionen Schilling für  Pensionsabfindung

Den Grünen wurde währenddessen ein neues Dokument anonym zugespielt, nämlich ein Überweisungsbeleg über 21 Millionen Schilling – eingezahlt am 29. Dezember 2000 auf ein Treuhandkonto einer Eisenstädter Steuerberatungskanzlei. Dazu ein Aktenvermerk mit dem Betreff: Pensionsabfindung Herr Mag. Simandl.

Nun stellt sich für die Grünen natürlich die Frage, ob dieser Betrag jemals an Rudolf Simandl ausbezahlt worden sei. Und wenn nicht, welcher Betrag denn momentan – zwölf Jahre später – auf diesem Konto liege.

Auch auf Anfrage bei der ehemaligen Buchhalterin der BEGAS, Gertrude Kamper, ob sie sich noch an unnatürlich hohe Überweisungsbeträge erinnern könne, gibt es nur die Antwort: „Die Prüfungen laufen, da gibt es von mir keine Auskunft dazu.“

Von Seiten der BEWAG heißt es dazu: „Wir haben Herrn Simandl bereits mitgeteilt, dass die Ansprüche verwirkt, also verjährt sind – auf Basis des Endberichtes der Sonderprüfung“, so BEWAG-Pressesprecher Gerhard Altmann. „Die Summe wäre vorgesehen gewesen, wäre Simandl bis zum Schluss geblieben“, erklärt Altmann weiter.

Wie kann es also sein, dass einem Vorstand, der erst 63 Monate im Amt ist, bereits eine Pension in Höhe von 21 Millionen Schillingen versprochen wird?

Die BVZ berichtete bereits 2005 von den überhöhten Bezügen der beiden Ex-BEGAS-Vorstände. Simandls Jahresbezug soll damals etwa um 30.000 Euro über dem von Landeshauptmann Hans Niessl gelegen haben. Im September wurden die Verträge dann auf weitere fünf Jahre verlängert. Reinhard Schweifer meinte damals: „Unsere Verträge sind jetzt leistungsbezogener als vorher“. „Seitens der BEWAG wird alles getan, dass eine lückenlose Aufklärung aller Vorkommnisse erfolgt und dass alle Maßnahmen getroffen werden, damit in Zukunft derartige Vorkommnisse verhindert werden“, betont BEWAG-Aufsichtsratspräsident Josef Kaltenbacher in einer Aussendung.

Michel Reimon, Landtagsabgeordneter der Grünen, fordert dazu eine umgehende Veröffentlichung des BEGAS-Prüfberichtes. „Die Menschen im Burgenland haben diese Missstände aus der eigenen Tasche bezahlt, sie haben ein Recht auf die volle Information“.