Erstellt am 14. Dezember 2011, 13:41

Pensionsalter: Frauen-Allianz gegen frühe Anhebung. Eine Allianz von Frauenorganisationen hat sich am Mittwoch entschieden gegen eine frühere Angleichung des Frauen-Pensionsantrittsalters an jenes der Männer ausgesprochen.

Bevor darüber diskutiert werden kann, brauche es eine "Fülle von Maßnahmen, um die Ungleichbehandlung" etwa am Arbeitsmarkt ausschalten, erklärte ÖGB-Frauenchefin Ruprecht.

"Wir sind uns einig. Wir sind ganz entschieden gegen eine Anhebung des Frauen-Pensionsalters, bevor nicht alle Bedingungen erledigt sind", die 1992 vereinbart wurden, betonte Christa Pölzlbauer, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings. "Die ökonomische und gesellschaftliche Gleichstellung ist nicht erreicht", so Traude Kogoj vom UFF - Frauenvolksbegehren. Noch immer belaufe sich die Einkommensschere auf bis zu 40 Prozent.

2010 betrug die durchschnittliche Pensionshöhe für Frauen 786 Euro, für Männer 1.288 Euro. "Wir legen uns mit den 700 Euro nicht an den Strand. Wir betreuen Enkelkinder, weil es keine Kinderbetreuung gibt und pflegen die Eltern oder die Eltern des Mannes. Die wenigen, die länger arbeiten, leisten sich dafür eine Migrantin, die noch schlechter gestellt ist", ortet Unger eine perfide Diskussion.

Pölzlbauer hält die schrittweise Erhöhung des Frauen-Pensionsalters für richtig. Politik und Wirtschaft seien jedoch "ganz dringend" gefordert, sich um Gleichstellung im Beruf zu bemühen. Zudem brauche es eine gerechte Aufteilung der unbezahlten Arbeit, appellierte sie an die Männer.

Die Vertreterinnen wiesen auch darauf hin, dass Männer (58,9 Jahre) und Frauen (57,5) beim tatsächlichen Pensionsalter lediglich 1,4 Jahre auseinanderliegen. "Es ist unfair, dass Frauen nun für intensive Sparmaßnahmen herhalten sollen", meinte die Vorsitzende des Frauenrings..