Erstellt am 02. Dezember 2015, 11:34

von APA Red

Petrik: Demonstrieren hilft im Fall Bruckneudorf nicht. In Bruckneudorf ist für Mittwochabend erneut eine Demonstration gegen die Container geplant. Laut der Grünen Landessprecherin Regina Petrik brauche es hier aber sachliche Lösungen. "Demonstrieren hilft in dem Fall nichts", sagte sie.

Regina Petrik  |  NOEN, zvg
Die Demos - am Montag gingen Hunderte Menschen auf die Straße - seien laut Petrik "nur auf sozusagen eskalierenden und emotionalen Zugang aufgebaut, da stelle ich mich ja als Grüne nicht dazu zum Demonstrieren".

Außerdem finde sie es "auch höchst eigenartig, wenn Regierungsmitglieder, die selber in ihrem Job dafür verantwortlich sind, hier die Kommunikation mit dem Ministerium zu gestalten, auf die Straße gehen anstatt ihre Arbeit zu tun. Und das kann ich nicht unterstützen - so sehr ich die Bruckneudorfer verstehe". Die Vorgangsweise von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) sei "alles andere als klug". "Nicht miteinander zu reden, ist das Dümmste, was man in der Politik machen kann."

"Der Punkt ist die schnelle Verteilung und da hapert es zur Zeit"

Generell sind die Grünen mit dem Großquartier aber auch mit der gesamten Situation an sich "nicht glücklich". "Aber die Frage ist ja: Jetzt sind viele Menschen da und ich muss diese vielen Menschen versorgen. Und zuerst müssen sie mal irgendwo aufgenommen werden. Und dafür ist es sozusagen die beste der schlechten Lösungen. Aber der Punkt ist die schnelle Verteilung und da hapert es zur Zeit", hielt Petrik fest.

Kritik gab es bei der Pressekonferenz in Eisenstadt an Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ). "Niessl verhindert geradezu die zügige Quartiergewinnung in kleinen Einheiten. Denn als für das Personal zuständige Regierungsmitglied hätte er längst dafür sorgen müssen, dass das Büro für Grundversorgung in der Abteilung 6 personell aufgestockt wird." Laut der Grünen Landessprecherin gebe es viele Anträge zur Bereitstellung von Privatquartieren, die nicht bearbeitet werden können, weil das Personal dazu fehle.

Außerdem listete Petrik eine Reihe von Fragen betreffend einer angekündigten offiziellen Ehrung von Freiwilligen, die in der Flüchtlingskrise geholfen haben, auf. Die Regierungsparteien SPÖ und FPÖ haben einen dementsprechenden Antrag eingebracht. Petrik wolle etwa wissen, wie die Landesregierung feststellen wolle, welche Menschen sich als ehrenamtliche Helfer engagiert haben, woher das Datenmaterial komme oder in welcher Form diese Anerkennungen überreicht werden sollen.

Ihr Fazit aus einem Rundruf unter Freiwilligen auf ihrer Facebook-Seite, was sie von einer offiziellen Anerkennung des Landes halten: "Die Landesregierung täte gut daran, auf die Betroffenen zu hören und sich eine dezente, ehrliche Form der Anerkennung der Leistung der Ehrenamtlichen zu überlegen, die auf jegliche Selbstinszenierung von Politikern verzichtet", so die Landessprecherin.

BVZ.at hatte berichtet: