Erstellt am 04. März 2015, 11:10

von APA Red

Petrik will mehr Chefinnen im Burgenland. Regina Petrik, Landessprecherin der Grünen im Burgenland, will mehr Chefinnen im Burgenland haben. Denn im Burgenland hätten es Frauen in Führungspositionen besonders schwer, sagte sie am Mittwoch in Eisenstadt.

Regina Petrik  |  NOEN, MUELLNER Werner
Problem an der Sache sei allerdings, dass man keine Frauen bekomme, erklärte Ingrid Puschautz-Meidl, Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Burgenland (IV).

Mädchen "raus aus dieser Puppenecke" bringen

Die IV betreibe bereits seit Jahren Frauenförderprogramme, um Frauen für höhere Führungspositionen fit zu machen und ihnen die Möglichkeit zum Netzwerken zu geben. Das Grundproblem, warum man keine weiblichen Fachkräfte bekomme, liege bereits zu Hause in der Erziehung, im Kindergarten und in der Schule, so Puschautz-Meidl bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

"Wir gehen unermüdlich in Schulen, auch in Kindergärten und versuchen dort, Technik und auch Naturwissenschaftsprogramme den Kindern und vor allem den Erziehern dort schmackhaft zu machen", sagte die IV-Geschäftsführerin. Damit wolle man die Mädchen "raus aus dieser Puppenecke" bringen.

Puschautz-Meidl gegen Frauenquote

Außerdem mache man das, "um diese Lust an der Technik, an der Naturwissenschaft, die sie ja grundsätzlich haben, nicht zu verlieren. Und unser Erziehungs-, unser Bildungssystem tut alles, um ihnen das abzugewöhnen", meinte Puschautz-Meidl, die sich dennoch gegen eine Frauenquote ausspricht, weil das in der Privatwirtschaft "ein massiver Eingriff in Eigentümerrechte" wäre und das nicht die Realität in den Industrieunternehmen widerspiegeln würde.

Petrik legte anlässlich des Internationalen Frauentages Zahlen vor, wie es in den Führungsetagen des Landes aussehe. In den sechs Technologiezentren würde es fünf Männer und nur eine Frau an der Spitze geben. In anderen Unternehmen, etwa der Energie Burgenland oder dem Regionalmanagement Burgenland, überhaupt keine.

"Es muss also noch viel unternommen werden, dass es auch auf der höchsten Ebene mehr Chefinnen gibt", sagte die Grüne-Landessprecherin.

Immer wieder auf Frauen hingewiesen

Sie vermisse die Frauen im Übrigen nicht nur in den Führungsebenen, sondern auch im neuen Landesverfassungstext. Sie habe immer wieder darauf hingewiesen, dass in den neu formulierten Texten - abgesehen von der alten Rechtschreibung - auf die Frauen vergessen worden sei.

"Ich habe sowohl in der Landesamtsdirektion als auch in den diversen Verhandlungsrunden bis hin direkt zum Landeshauptmann (Hans Niessl (SPÖ), Anm.) mehrmals darauf hingewiesen: Bitte, das muss noch ausgebessert werden. In einem beschlossenen Verfassungstext müssen bitte die Frauen genauso vorkommen wie die Männer. Das wurde einfach ignoriert", so Petrik.

Für ihre künftige Arbeit im Landtag - sie tritt als Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl am 31. Mai für die Grünen an - kündigte Petrik am Mittwoch an, mit den anderen Mandatarinnen Kontakt aufnehmen zu wollen. Sie wolle sich zusammensetzen und schauen, "wie wir als Frauen uns vernetzen können"