Erstellt am 25. März 2011, 12:35

Petzner als BZÖ-Landesparteichef abgelöst. Der BZÖ-Nationalratsabgeordnete Stefan Petzner ist als geschäftsführender Kärntner Landesparteichef abgelöst worden, bleibt aber weiterhin als Abgeordneter im Parlament.

 |  NOEN
 Grund für den Rückzug sei, dass Petzner - obwohl ihm der Führerschein wegen Schellfahrens abgenommen worden war -  mit dem Auto gefahren sei, sagte BZÖ-Bundesparteichef Josef Bucher am Freitag in Klagenfurt. Zu Petzners Nachfolger wurde Sigisbert Dolinschek bestimmt.

Er habe Petzner in einem "sehr persönlichen Gespräch" dargelegt, "wie ich mir das Verhalten eines Politikers in der Öffentlichkeit vorstelle", erklärte Bucher. "Es ist mir wichtig, dass Politiker eine Vorbildfunktion haben", so der BZÖ-Politiker. Das Nationalratsmandat dürfe Petzner behalten, immerhin habe er Einsicht und Bedauern gezeigt, sein Rückzug von der Spitze der Landespartei sei angemessen. "Das ist damit abgetan", so Bucher.

Dass Petzners Rücktritt im Zusammenhang mit dessen möglicher Verwicklung in die Affäre rund um die freiheitliche Werbeagentur "Connect" stehen könne, bestritt Bucher. Petzner hätte zwar in der Zeit der Hauptaktivität der "Connect" eine hohe Parteifunktion innerhalb des damaligen BZÖ innegehabt. "Er war aber für das Geldausgeben verantwortlich, nicht für das Requirieren", so Bucher.

Den Hauptschuldigen für die "Connect"-Affäre hat Bucher woanders ausgemacht: "Die kriminelle Energie geht von Uwe Scheuch (FPK-Parteichef, Anm.) aus." Am ehemaligen Werbeagentur-Geschäftsführer Manfred Stromberger ließ er auch kein gutes Haar. Dieser habe vor der Abspaltung des FPK in der Funktion als BZÖ-Bundesgeschäftsführer "einen sorglosen Umgang mit Geld" an den Tag gelegt. "Wir prüfen etwaige Anzeigen", so Bucher.

Den Hinweis, dass die "Connect" vornehmlich unter dem verstorbenen Parteichef und BZÖ-Gründer Jörg Haider agiert habe, quittierte Bucher mit: "Das ist nicht zu leugnen." Auf die Frage, ob der oft vom BZÖ ins Spiel gebrachte Slogan, wonach der Weg Haiders fortzusetzen sei, nach wie vor gelte, meinte Bucher: "Wir haben einen Weg eingeschlagen und das ist der Weg Josef Buchers." Und er stehe für "eine Politik der Anständigkeit."