Erstellt am 27. Januar 2012, 14:02

Petzner berichtet von Hinweis auf Beamtenkauf. BZÖ-Abgeordneter Stefan Petzner, der auch im aktuellen Korruptions-Untersuchungsausschuss sitzt, hat eigenen Angaben zufolge einen möglichen Hinweis auf Beamtenkauf im Zusammenhang mit der Novelle der Universaldienstverordnung (UDVO) erhalten.

Demnach hat ein Sohn des Spitzenbeamten des Verkehrsministeriums Alfred Stratil seit 2004 als Lobbyist für die Telekom gearbeitet.

Petzner bekam von einem Telekom-Mitarbeiter die Information, wonach der Sohn Stratils nach dem Beschluss der UDVO befördert worden sei. Der BZÖ-Politiker forderte am Freitag bei einer Pressekonferenz die Ladung von Stratils Sohn im U-Ausschuss.

Die Telekom habe nicht Hubert Gorbach (damals Infrastrukturminister, früher FPÖ/BZÖ, Anm.) gebraucht, Stratil habe gereicht, zitierte Petzner. Es sei ein offenes Geheimnis gewesen, dass Stratils Sohn seinen Job ausschließlich aufgrund des Einsatzes seines Vaters für die Telekom bekommen habe. Telekom-Generaldirektor Hannes Ametsreiter habe ihn schließlich von dieser Position "entfernt".

Er habe das nachgeprüft, so Petzner, und es gebe diesen Sohn von Alfred Stratil und dieser sei zum Cheflobbyisten der Telekom in Brüssel bestellt worden. Er wolle keine Sippenhaftung betreiben, aber es sei "völlig unvereinbar", dass der Sohn eines entscheidungsbefugten ranghohen Beamten im BMVIT im Bereich Telekom als Cheflobbyist für die Telekom arbeite. Als der Vater in Pension gegangen sei, sei kurze Zeit später auch sein Sohn als Cheflobbyist abgezogen worden.

Er werde das Dokument dem U-Ausschuss zur Verfügung stellen, kündigte Petzner an, man müsse Stratils Sohn vorladen, weil in dem Mail der Vorwurf des Beamtenkaufs durch die Telekom geäußert werde. Die Sache sei "aufklärungsbedürftig".