Erstellt am 09. Januar 2011, 16:51

Pflege: 83 Prozent zu Hause versorgt. In Österreich beziehen derzeit mehr als 420.000 Personen Pflegegeld.

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Mit 83 Prozent davon wird der Großteil der Betroffenen (rund 350.000 Personen) zu Hause versorgt. 17 Prozent (rund 70.000 Personen) der Pflegegeld-Bezieher leben laut Daten der Träger-Vereinigung Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG) in Pflegeheimen. Bei den zu Hause Versorgten dominiert mit 60 Prozent (255.000 Personen) die Betreuung ausschließlich durch Angehörige.

Bei 19 Prozent (ca. 80.000 Personen) werden auch Pflegedienste herangezogen. Eher gering ist die Bedeutung der 24-Stunden-Betreuung, diese nehmen nur vier Prozent (ca. 15.000) der Pflegegeld-Bezieher in Anspruch.

Die Schätzungen der BAG (basierend auf Daten von 2008) weisen einen Gesamtkostenaufwand der öffentlichen Hand in Höhe von 3,9 Mrd. Euro für den Pflegebereich auf. Die Verteilung zwischen Bund und Ländern/Gemeinden ergibt demnach folgendes: 1,77 Mrd Euro kommen vom Bund (der nur für das Bundespflegegeld zuständig ist), 2,13 Mrd. Euro von Ländern und Gemeinden.

Bei Letzteren macht das Landespflegegeld mit 326,8 Mio. Euro nur einen Teil der Aufwendungen aus. Der weitaus größte finanzielle Brocken betrifft den Bereich der Sachleistungen, für die Länder und Gemeinden alleine zuständig sind. So fließen für die Pflegeheime laut BAG jährlich rund 1,18 Mrd. Euro aus den Kassen von Ländern und Gemeinden. Weitere 160 Mio. werden für teilstationäre Einrichtungen aufgewendet, für betreutes Wohnen kommen Länder und Gemeinden mit weiteren 150 Mio. Euro auf. Mobile Betreuung schlägt laut BAG pro Jahr mit 310 Mio. Euro zu Buche (ebenfalls Ländersache).

Betreffend Pflegegeld gibt es mittlerweile bereits aktuelle Zahlen: Laut Sozialministerium wendet der Bund dafür derzeit jährlich rund 2 Mrd. Euro auf, bei den Ländern schlägt dieser Posten mit rund 360 Mio. Euro jährlich zu Buche.

Laut Schätzungen der BAG werden die Kosten bis ins Jahr 2020 in Summe um rund 1 Mrd. Euro ansteigen, der Großteil davon betrifft die Sachleistungen und damit Länder und Gemeinden. Demnach wird hier aufgrund des demografischen Wandels bis 2020 ein Mehraufwand von rund 340 Mio. Euro auftreten. Für den Ausbau der Sachleistungen rechnet die BAG mit einem Mehraufwand von knapp 250 Mio. Euro. Das Pflegegeld werde den Schätzungen zufolge Mehrkosten in der Höhe von über 380 Mio. Euro ausmachen.