Erstellt am 11. September 2013, 12:40

Pflichtschullehrer fürchten mehr Belastung. Mehr Gehalt und eine geringere Arbeitsbelastung verlangt die Pflichtschullehrer-Gewerkschaft in ihrer Stellungnahme zum Begutachtungsentwurf für das neue Lehrerdienstrecht.

Sie fordert u.a. die Berücksichtigung von Wegzeiten bei einem Einsatz an mehreren Standorten sowie die Gutschrift von Mehrleistungen auf einem Zeitkonto. Die jährliche Gesamtarbeitszeit dürfe maximal 1.776 Stunden betragen.

"Weniger Belastung durch Verwaltung und Bürokratie" gefordert

Von der Tonlage her ist die Kritik der Vertreter der größten Pädagogengruppe Österreichs am Dienstrechtsentwurf nüchterner als jene der AHS-Lehrer - nichtsdestotrotz werden etwa eine "masterwertige Bezahlung für masterwertig ausgebildete Lehrer/innen" und "weniger Belastung durch Verwaltung und Bürokratie" gefordert.

Ganz generell enthält der Entwurf laut den Pflichtschullehrer-Gewerkschaftern "nur ganz wenige grundlegende Anforderungen an ein modernes Dienstrecht".

Themen wie "Unterstützung im pädagogischen und administrativen Bereich durch international vergleichbare Support-Systeme" oder eine "klare Aufgabenbeschreibung der Lehrer/innenarbeit aufbauend auf einer neuen Arbeitszeitstudie" seien gar nicht erwähnt.

Möglichkeit der mehrmals befristeten Beschäftigung als Dorn im Auge

Darüber hinaus fordern die Lehrer die Berücksichtigung von Wegzeiten bei einem Einsatz der Lehrer an mehreren Standorten sowie die Gutschrift von Mehrleistungen auf einem Zeitkonto.

Die Lehrervertreter fürchten außerdem einen "Rückschritt" gegenüber dem derzeitigen Jahresarbeitsmodell für die Pflichtschulpädagogen: Im Entwurf gebe es "kein zeitliches Limit für standortbezogene und individuell organisierte Tätigkeiten" (wie etwa Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, Korrekturarbeiten, Reflexion und Evaluierung der eigenen Lehrleistung etc., Anm.) - das berge die "Gefahr massiver Überlastung".

Wie den AHS-Lehrern ist den Pflichtschulpädagogen auch jene Regelung ein Dorn im Auge, die eine mehrmals befristete Beschäftigung von Lehrern ermöglicht: Im Extremfall könnten Lehrer so "über Jahrzehnte immer wieder mit jeweils auf ein Jahr befristeten Kettenverträgen" beschäftigt werden.