Erstellt am 17. September 2015, 05:57

von Wolfgang Millendorfer und Bettina Eder

Polit-„Wettstreit“: Wer „rettet“ die Vereine?. Sowohl SPÖ als auch ÖVP wollen gegen Vereinsfest-Anzeigen vorgehen. Gastro-Innung informiert über tatsächliche Kosten und Veranstaltungs-Kriterien.

Polit-Debatten um Rettung der Vereinsfeste. SPÖ-Geschäftsführer Helmut Schuster (Foto) gegen die ÖVP-Riege um Geschäftsführer Christoph Wolf, Patrik Fazekas und Markus Ulram.  |  NOEN, BVZ
Auch gegen Ende der Sommerfest-Saison setzen Anzeigen gegen Veranstaltungen den heimischen Vereinen zu.

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Sowohl SPÖ als auch ÖVP haben jetzt Arbeitsgruppen gegründet, um die Rechtslage auf politischer Ebene lösen zu können.

Unter dem Titel „Rettet das Vereinsfest“ will die ÖVP (Foto links) eine Einigung für Vereine und Wirtschaft anstreben.

Expertenrunde soll Causa aufarbeiten

SPÖ und FPÖ zeigen sich jetzt gespannt, „wie das die ÖVP familienintern lösen will“. Auch die SPÖ (um Geschäftsführer Helmut Schuster, siehe Foto unten) will die Causa mit einer Expertenrunde aufarbeiten und in der Bundespolitik Druck machen.

Aufgrund der Anzeigen – aus finanzrechtlicher Sicht oder bezüglich der Anmeldungskriterien – wurden zuletzt wieder zahlreiche Feste abgesagt.



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Tatsächlich bedeutet die Erfüllung der jetzigen Gewerbe-, Steuer- und Sozialversicherungsrechte für die Vereine die Zahlung von Körperschaftssteuer (Köst, 25 Prozent mindestens jedoch 1.750 Euro im Jahr) bzw. – bei Events mit über 30.000 Euro Umsatz – Umsatzsteuer (20 Prozent). Im besten Fall bedeutet das also nur eine Zahlung der Mindest-Köst von 1.750 Euro.

Anmelden muss man die Vereinsmitglieder sowie deren Verwandte, sofern sie unentgeltlich arbeiten, nicht. Unabhängig davon ist allenfalls eine Gewerbeberechtigung notwendig.

„Entweder einer im Vorstand hat sie oder man holt sich einen Partner, also einen Wirten, ins Boot“, sagt Franz Perner von der Gastro-Innung der Wirtschaftskammer.

Er betont weiters: „Außerdem spricht ja nichts dagegen, dass man von dem Wirten dann eine Standgebühr oder Umsatzbeteiligung kassiert.“