Erstellt am 29. September 2013, 12:48

Politiker bei Stimmabgabe zuversichtlich. Die möglicherweise historische Nationalratswahl 2013 ist am Sonntag mit den Stimmgaben der Spitzenkandidaten angelaufen.

Alle Parteichefs zeigten sich dabei einigermaßen optimistisch. Kanzler Faymann erfreute sich eines ordentlichen Bauchgefühls, Vizekanzler Spindelegger rechnete mit einem guten Ergebnis und FPÖ-Obmann Strache träumt vom "blauen Wunder".

Auf Zahlenspiele ließ sich der Kanzler nicht ein, als er Sonntagvormittag gemeinsam mit Ehefrau Martina nahe seinem Wohnhaus in Wien-Liesing zur Wahl schritt. "Das Bauchgefühl ist in Ordnung", versicherte Faymann, der - von seiner Tochter geweckt - schon um halb sechs in der Früh beim Frühstück gesessen war.


Spindelegger war schon eine Stunde vor dem Kanzler an der Urne und gab sich entspannt: "Schaue ich so aus, als wäre ich schon ein völliges Nervenbündel?", meinte er beim Eintreffen in seinem Wahllokal in der Hinterbrühl. Dass er seinen Kanzlertraum nicht schon am Wahltag erfüllen wird können, ist auch dem ÖVP-Chef klar: "Heute werde ich noch nicht Bundeskanzler. Aber ich rechne damit, dass wir ein gutes Ergebnis haben."


Die Freiheitlichen wiederum liebäugeln damit, der Volkspartei Platz zwei abzujagen, was für Parteichef Strache "blaues Wunder" und "politisches Erdbeben" zugleich wäre. Im Wahlkampf habe er jedenfalls Zulauf wie nie zuvor erlebt, verkündete Strache, ehe er sich in ein Fitnessstudio zurückzog.


Gemeinsam mit Ehemann Volker Piesczek ist Grünen-Spitzenkandidatin Eva Glawischnig am frühen Sonntagnachmittag in einer Volksschule in Wien-Hernals wählen gegangen. Für den Ausgang der Nationalratswahl sei sie "zuversichtlich, aber schon sehr aufgeregt", sagte sie den wartenden Journalisten. Auf eine Ergebnisprognose wollte sie sich nicht einlassen, sie erwarte sich "ein gutes Plus".


Um alles geht es für das BZÖ, das nur in manchen Umfragen die vier Prozent schafft. Zumindest daheim in Friesach ist Spitzenkandidat Josef Bucher ein gefragter Mann. Bei der Stimmabgabe, zu der er mit seiner Lebensgefährtin gekommen war, musste der oberste Orange zahlreiche Hände schütteln. Gegenüber Journalisten meinte er, dass man alles getan habe, was möglich war.


Von einem bedeutenden Tag für Österreich sprach Parteigründer Frank Stronach, als er in Oberwaltersdorf wählen ging. Denn es entscheide sich heute, ob das Team Stronach ins Parlament hineinkommt. Gelinge das, werde man neue Ideen einbringen: "Alles fängt mit einer Idee an." Bei der nächsten Wahl werde man dann schon "sehr viele Stimmen" bekommen.


Und noch einer kämpft um den Einzug in den Nationalrat gleich beim Debüt. Matthias Strolz hat laut Umfragen realistische Chancen, seine liberale Partei NEOS in den Nationalrat zu lotsen. Den Wahltag konnte er sichtlich kaum erwarten. Schon um 8.00 Uhr früh und damit als erster Spitzenkandidat nützte er die Gelegenheit, seine eigene Partei zu wählen. "Angespannt" war Strolz dabei ein wenig.