Erstellt am 25. Mai 2011, 00:00

Politiker im Image-Tief. IMMER MEHR KRITIK / IV-Chef  Frantsits bemängelt „Qualitätslosigkeit“ der Regierung. Wie sehen die Parteichefs selbst ihr Image?

 |  NOEN
VON WOLFGANG MILLENDORFER

„Unsere Politiker sind zu blöd und zu feig“ – mit seiner Kritik löste Erste-Bank-Chef Andreas Treichl eine Debatte zwischen Wirtschaft und Politik aus, die nun um einen burgenländischen Aspekt erweitert wurde: Werner Frantsits, Präsident der Industriellenvereinigung (IV), setzt sich für ein Bildungsvolksbegehren ein und sieht auch in der Landespolitik „eine fürchterliche Mut- und Qualitätslosigkeit“. Hat das Misstrauen in die Politik auch im Burgenland längst die Bevölkerung erreicht?

„Bei uns im Burgenland  gehen die Uhren anders“

Eine gewisse Unzufriedenheit spürt jedenfalls auch Landeshauptmann Hans Niessl in seinen Gesprächen mit den Menschen – einen großen Beitrag dazu hätten „die Fälle Strasser und Grasser geleistet“. Aber: „Die Kritik an der Landespolitik hält sich im Vergleich zu jener an der Bundespolitik in Grenzen.“ Auch Landesvize Franz Steindl ist überzeugt, „dass im Burgenland die Uhren anders gehen“; er ortet zugleich jedoch „einen generellen Vertrauensverlust“, der Institutionen, Banken oder Konzerne ebenso betreffe.

Für die Oppositionsparteien scheint hingegen klar, dass die Schelte für die Regierung gerechtfertigt seien: FPÖ, Grüne und Liste Burgenland sehen einmal mehr den Parteiproporz als „Wurzel“ der Unzufriedenheit.