Erstellt am 11. November 2014, 18:30

Politiker nach Halloween-Schuss abberufen. 13-Jährige von Schuss getroffen: Mutmaßlicher Schütze und FPÖ-Bezirkspolitiker wurde seiner Funktionen enthoben.

Muss sich vor Gericht verantworten: FPÖ-Politiker Oliver Lichtscheidl.  |  NOEN

Politische Konsequenzen gibt es nach dem Schuss am Halloween-Abend in Großhöflein, der eine 13-Jährige ins Becken getroffen hat. Denn beim in Untersuchungshaft befindlichen Mittelburgenländer handelt es sich um den stellvertretenden FPÖ-Bezirksparteiobmann Oliver Lichtscheidl – für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Sachverständiger soll nun Schusskanal analysieren

„Wir haben ihn als erste Konsequenz von allen politischen Funktionen enthoben und die Partei-Mitgliedschaft ruhend gestellt. Die Gerichte müssen das nun klären“, sagt FPÖ-Bezirksparteichef Roland Kozonits über die mit Landeschef Hans Tschürtz akkordierte Vorgangsweise.

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„Nun sind die Gutachter am Zug“, erklärt Christian Supper, der Anwalt des mutmaßlichen Schützen. „Ein medizinischer Sachverständiger soll den Schusskanal analysieren.“

Nach ersten Gesprächen mit seinem Mandanten soll es sich bei den Schüssen, die von der Terrasse seines Halbbruders abgefeuert wurden, um Übungsschüsse auf eine Blechdose, ein Verkehrsschild und einen Stein gehandelt haben.

Mädchen geht es körperlich und psychisch gut

„Jener Schuss, der das Mädchen getroffen hat, hat sich versehentlich gelöst“, zitiert Supper seinen Klienten. Für ihn ist die Anklage nicht nachvollziehbar: „Wir plädieren auf Unfall und nicht auf Mordversuch.“ Gleichzeitig stellt Supper fest, dass sein Klient zerknirscht und es ihm bewusst sei, leichtsinnig gehandelt zu haben. „Er wollte niemanden verletzen.“

Indes ist bei der Familie des 13-jährigen Opfers ein „Entschuldigungsbrief“ eingelangt. „Ein reiner Formalakt des Anwalts“, meint Mutter Ursula Bredlinger. Tochter Caroline gehe es „körperlich und psychisch ganz gut. Sie muss sich noch zwei Wochen schonen.“ Beim Vorfall von einem Unfall zu sprechen, ist für sie waghalsig. Sie wird auch zivilrechtlich gegen den Schützen vorgehen.

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