Erstellt am 26. Oktober 2013, 16:09

Politiker zum Anfassen. Auch heuer hat Bundespräsident Heinz Fischer am Nationalfeiertag die Tore zu seinem Amtssitz für Besucher geöffnet.

Fahne  |  NOEN
Zwei Stunden lang stellte er am Samstagnachmittag sein Talent zum Smalltalken unter Beweis und schüttelte unzählige Hände. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) lud ins Bundeskanzleramt, wo die Gäste nicht nur ihm, sondern auch Lesungen von Burgschauspielern lauschen konnten. Auch das Parlament (siehe eigene Meldung) und einige Ministerien konnte man besichtigen.

Handshake mit Staatsoberhaupt

Um 13.45 Uhr öffneten Heinz und Margit Fischer, begleitet von der Militärmusik, die Türen zur Präsidentschaftskanzlei in der Hofburg. Zwei Stunden lang hatten viele Interessierte auf diesen Moment gewartet, aber "bei diesem Sonnenschein macht das nichts", meinte ein Besucher angesichts des strahlenden Herbstwetters. Belohnt wurden die Wartenden mit einem Rundgang durch die Prunksäle der Präsidentschaftskanzlei, bei dem etwa das Arbeitszimmer von Kaiserin Maria Theresia bewundert werden konnte, und mit Handshake und einem Foto mit dem Präsidenten.

Präsident "bis zum Lebensende"

Manche Besucher hatten Geschenke mitgebracht, darunter eine selbst gebackene Torte, Wein und Blumen. Auch ein eher ungewöhnliches Präsent bekam der Bundespräsident überreicht. Ein Künstler aus dem Burgenland schenkte ihm ein Gemälde, auf dem er die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag mit Außerirdischen als Gästen gemalt hatte, um auf "lustige Weise ein friedliches Miteinander" darzustellen. Obwohl Fischer keine weitere Amtszeit antreten darf, wünschte ihm eine Besucherin, dass er 150 Jahre alt werde und "bis zum Lebensende" Bundespräsident bleibe. Nach einem besonders festen Händedruck zeigte sich Fischer froh, dass er vorsorglich seinen Ehering abgenommen hatte. "Wo kommen Sie her?", fragte er die Gäste und auch nach Studium und Hobbys erkundigte er sich.

Als "sehr nett, sympathisch und volksnah" beschrieb ihn eine Frau, die mit ihrer Tochter gekommen war, als "natürlich, aber sehr angepasst" ein älterer Herr. "Der Nationalfeiertag ist die einzige Gelegenheit den Bundespräsidenten zu treffen, das sollte man ausnutzen", sagte eine junge Frau, die sich über zwei Stunden lang angestellt hatte.

Bundeskanzler begrüßte Besucher

Auch im Bundeskanzleramt herrschte großer Andrang. Bundeskanzler Faymann schüttelte fleißig Hände, "alles Liebe" wünschte er den Gästen und "machen wir ein Foto?" bot er schüchternen Besuchern an. Nach einem kurzen Halt vor einem der großen goldgerahmten Spiegel, um seine rot-weiß-rote Krawatte zu richten, ließ er sich mit einigen Besuchern am Rednerpult fotografieren. Auch Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) begrüßte die Besucher. "Man sieht die Politiker ja sonst so selten", erklärte eine Frau bedauernd, warum sie gekommen war. Für Kulturinteressierte standen Lesungen von Burgschauspielern am Programm. Der Schauspielerin Elisabeth Orth, die "Der Mann und seine Hüte" von Franz Molnar las, lauschte auch der Kanzler.

Ausstellung im Außenministerium

Das Außenministerium, das mit den Flaggen der EU-Mitgliedsstaaten geschmückt worden war, bot eine Ausstellung zum Thema Menschenhandel. Die westafrikanische Gruppe Kobalo sorgte für musikalische Unterhaltung. Auch das Innenministerium hatte geöffnet. Im Unterrichts- und im angrenzenden Wissenschaftsministerium standen Ministerin Claudia Schmid (SPÖ) und Minister Karlheinz Töchterle (ÖVP) den Gästen Rede und Antwort. Besucher der Unterrichtsministerin konnten nicht nur ein Foto, sondern auch ein Buch mit ausgewählten Reden von ihr mit nach Hause nehmen.