Erstellt am 26. August 2012, 17:21

Politische Gespräche beim Forum Alpbach eröffnet. Mit Reden von Bundespräsident Fischer, seinem kroatischen Amtskollegen Josipovic und dem neuen Forumspräsidenten Fischler sind am Sonntag die Politischen Gespräche beim 68. Europäischen Forum Alpbach eröffnet worden.

Fischer betonte in seiner Eröffnungsrede im Hinblick auf die Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa, es müssten Fehler vermieden werden. Jene Fehler, "die zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg nicht nur ganze Volkswirtschaften, sondern auch die politischen Systeme ganzer Länder" zerstört hätten. "Sparen ist Gebot der Stunde. Sparen ohne Wachstum war aber kein Erfolgsmodell und wird es auch nicht sein, wenn wir nicht beide Dimensionen energisch ins Auge fassen."

Fischer sprach auch das Thema Demokratie an und meinte, das Europäische Parlament habe sich in den vergangenen Jahren "sicher sehr positiv entwickelt", und es gebe auch andere interessante Ideen, von denen einige schon im Lissabon-Vertrag festgeschrieben seien. "Dennoch ist das Problem, dass eine europäische Demokratie diesen Namen nur dann wirklich verdient, wenn es auch eine gesamteuropäische politische Debatte von der Basis bis zur Spitze als Grundlage für transparente und demokratische Entscheidungen gibt, noch weitgehend ungelöst."

Der kroatische Präsident Josipovic betonte im Anschluss in seinen Eröffnungsworten, man müsse über die Zukunft sprechen und an ihr arbeiten. Europa sei das Projekt seiner Generation, aber auch künftiger Generationen. Auch wenn es angesichts vielfältiger Krisen nicht immer einfach sei, optimistisch zu sein: "Es gibt keinen Fortschritt ohne Optimismus."

Der neue Präsident des Forums Alpbach, Franz Fischler, ging auf die Themenschwerpunkte der Politischen Gespräche ein und nannte hier als "klassisches Anliegen, wie geht es in Europa weiter". Hinzu kämen Fragen der Nachhaltigkeit und des Umgangs mit Ressourcen, aber auch die Erwartungen der Jugend. Er sei dankbar, dass diese sich einbringe, sagte Fischler.