Erstellt am 22. Februar 2012, 13:52

Politischer Aschermittwoch "aus anderer Sicht". Zu einem "Politischen Aschermittwoch aus anderer Sicht" haben am Mittwoch die Behindertensprecher von ÖVP und Grünen ins Palais Epstein geladen. Während die FPÖ am Abend zu Heringsschmaus, Bier und deftigen Reden lädt, bewiesen am Vormittag Franz-Joseph Huainigg (V) und Helene Jarmer (Grüne) Fähigkeit zur Selbstironie und forderten zu mehr Akzeptanz und Inklusion von Menschen mit Behinderung auf.

Zu einem "Politischen Aschermittwoch aus anderer Sicht" haben am Mittwoch die Behindertensprecher von ÖVP und Grünen ins Palais Epstein geladen. Während die FPÖ am Abend zu Heringsschmaus, Bier und deftigen Reden lädt, bewiesen am Vormittag Franz-Joseph Huainigg (V) und Helene Jarmer (Grüne) Fähigkeit zur Selbstironie und forderten zu mehr Akzeptanz und Inklusion von Menschen mit Behinderung auf.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Video, in dem die österreichische Bundeshymne in Gebärdensprache vorgetragen wurde. Nachdem Jarmer, die gehörlos ist, fragend auf das Mikrofon vor sich gedeutet hatte, zeigte sie dem Publikum, wie man in Gebärdensprache klatscht. "Vorurteile gegenüber behinderten Menschen stinken wie alter Heringsalat", sagte die Nationalratsabgeordnete. Sie wünschte sich "frischen Wind in den Köpfen der Menschen", besser noch "einen kleinen Tornado".

Mehr Menschen mit Behinderung sollten in Politik und den Medien arbeiten und jedes Ministerium müsse Verantwortung dafür übernehmen, die Situation von behinderten Menschen zu verbessern. "Wir behinderte Menschen brauchen Akzeptanz und Anerkennung", betonte Jarmer. Behinderte Menschen seien doppelt so oft von Arbeitslosigkeit betroffen, eine inklusive Bildung mit individueller Förderung müsse dem entgegenwirken.

Huainigg leitete, der selbst Rollstuhlfahrer ist, mit den Worten, "bei uns gibt es nicht rechte Sprüche, sondern kluge Köpfe", seine Rede ein. Er witzelte über aktuelle Themen wie das Sparpaket und schlug etwa vor, man hätte die Verhandler mit einem Beatmungsgerät wie dem seinen ausstatten sollen, damit sie längeren Atem beweisen.

Jarmer, die auch Lehrerin ist, erzählte, dass im Gesetz stehe, dass sie gar nicht Pädagogin sein dürfe, weil Sprech- und Stimmleistung für das Studium erforderlich sei. Auch, dass blinde Menschen laut österreichischem Recht keine Richter sein dürfen, müsse geändert werden. "Ich glaube, dass sich eine blinde Richterin ein anderes Bild von Karl-Heinz Grasser machen würde, weil sie nicht von seiner Schönheit geblendet wäre", scherzte Huainigg.