Erstellt am 29. Januar 2014, 13:24

Polizeidienststellen: Ärger bei Ortschefs. Die SP-Bürgermeister von Mörbisch, Jürgen Marx, und Klingenbach, Johann Frank, haben am Mittwoch die angekündigte Schließung von Polizeiinspektionen kritisiert sowie eine Rücknahme der Pläne gefordert.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Nickelsdorfs Ortschef Gerhard Zapfl (ebenfalls SPÖ) kritisierte außerdem, dass in Nickelsdorf – anders als in Kittsee – von zwei Polizeiinspektionen jene im Ort geschlossen werde.

Grenzpostenschließung bevorzugt

Er sehe die angekündigte Schließung der Dienststelle im Ort "sehr negativ", sagte Zapfl zur APA. Mit dem Ende des Assistenzeinsatzes habe man sich mittlerweile abgefunden.

Im Vorjahr seien noch zwei zusätzliche Polizistinnen als Verstärkung in die Inspektion gekommen: "Jetzt soll das Ganze ganz anders kommen." Wie in Kittsee gibt es in Nickelsdorf eine Polizeiinspektion an der Grenze und eine im Ort.

"Dass man zwei Dienststellen parallel nicht betreiben möchte, verstehe ich", meinte Zapfl. Ihm wäre es jedoch lieber, dass man vorgehe wie in Kittsee: Wenn eine Dienststelle geschlossen werden sollte, "dann die an der Grenze."

"Weitere Kriminaltouristen" befürchtet

Die Bürgermeister Marx und Frank ärgerten sich in einer Aussendung über die "konzeptlose Schließungswelle". "In unserer Gemeinde wurde zuletzt mehrmals eingebrochen. Das Zusperren des Polizeidienstpostens ist das völlig falsche Signal an diese Kriminellen", erklärte Marx.

Dazu kämen im Sommer die große Menge an Touristen und Urlaubsgästen und die Abwicklung der Seefestspiele in Mörbisch. Auch dafür sei der Polizeiposten im Ort notwendig. Der Klingenbacher Ortschef Frank erklärte, er fürchte "weitere Kriminaltouristen" vom nahegelegenen hochfrequentierten Grenzübergang, den täglich bis zu 30.000 Autos passierten.

Von den Schließungsplänen hätten sie aus den Medien erfahren, so Marx und Frank: "Wir waren in die Listenerstellung überhaupt nicht eingebunden." Über die Köpfe der örtlichen Bevölkerung und Entscheidungsträger hinweg die polizeiliche Infrastruktur abzubauen, sei "politische Unkultur".