Erstellt am 06. November 2011, 08:40

Präsident ruft zu konstruktiver Haltung auf. Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias will nach Regierungsangaben unverzüglich Gespräche mit allen Parteichefs führen, um einen Ausweg aus der schweren politischen Krise zu suchen.

epa02993313 Greek President of the Republic Karolos Papoulias (R) talks with Greek Prime Minister George Papandreou (L) at the Presidential Palace during their meeting in Athens 05 November 2011. The premier won a confidence motion early this morning after pledging to disaffected members of his ruling Pasok party that he would not stay on. EPA/ALEXANDROS VLACHOS  |  NOEN, ALEXANDROS VLACHOS (ANA-MPA)
Das Staatsoberhaupt werde auf Ersuchen von Ministerpräsident Giorgos Papandreou mit den Führern aller im Parlament vertretenen Parteien "Möglichkeiten der Zusammenarbeit" ausloten, erklärte Regierungssprecher Ilias Mossialos am Samstagabend in Athen. Zuvor hatte Papoulias den Premier empfangen, für Sonntag war eine Unterredung mit dem Chef der größten Oppositionspartei, der konservativen Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, geplant.

"Wir rufen alle Parteien auf, sich konstruktiv zu zeigen, insbesondere die von Samaras", erklärte der Sprecher. Die Frage sei, ob der ND-Chef gewillt sei, die nationalen Bemühungen zu unterstützen oder ob er einen "Vorwand" suche, um die Bemühungen zur Bildung einer Einheitsregierung zu blockieren. Papandreou habe die Beibehaltung seines Amtes nicht zur Bedingung für die Bildung der Regierung der nationalen Einheit gemacht, sondern erklärt, der neue Regierungschef müsse durch Konsens gefunden werden, bekräftigte der Regierungssprecher.

Nach dem parlamentarischen Vertrauensvotum in der Nacht auf Samstag hatte Papandreou erklärt, er sei bereit, sein Amt abzugeben. Sein Ziel sei die Bildung einer Konzentrationsregierung. Sofortige Neuwahlen schloss er angesichts der aktuellen Krise kategorisch aus und erklärte, dies käme einer "Katastrophe" gleich. Samaras forderte dagegen sofortige Neuwahlen. Er erklärte im Fernsehen: "Herr Papandreou will keine Kooperation. Er soll zurücktreten. Er ist gefährlich für das Land!". Die ND sei lediglich bereit, die Gesetze über das neue europäische Hilfspaket zu billigen. Weiteren Sparmaßnahmen werde er nicht zustimmen.

Laut dem Ergebnis einer Meinungsumfrage, das am Samstagabend veröffentlicht wurde, befürworten 52 Prozent der Griechen eine Einheitsregierung, 36 Prozent wünschen sich sofortige Parlamentswahlen.