Erstellt am 08. Mai 2013, 00:00

Protest statt Verhandlungen. Gewerkschaft gegen Kammer / Lohnverhandlungen zwischen Gewerkschaft Bau-Holz und Tischler-Innung abgebrochen. Rund 2.500 Beschäftigte sind derzeit ohne Vertrag.

Gelbe Karte für Arbeitgeber: Josef Kutrovatz, Johannes Kampusch, Karl Marhold, Wolfgang Geisinger, Eduard Wimmer, Rudolf Mayer und Matthias Tiewald (v.l.).  |  NOEN, ÖGB

Ein Streit um die Kollektivverträge lähmt die Verhandlungen zwischen Tischler-Innung und Gewerkschaft. Nach zwei Runden wurden die Gespräche um Lohnerhöhungen abgebrochen; jetzt fordert man sich gegenseitig dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Knackpunkt ist die Frage, auf welche Art die Tischler und Kunststoffverarbeiter zu ihrer Lohnerhöhung kommen sollen: Während die Gewerkschafter eine Ist-Erhöhung fordern, bietet die Innung mehr Lohn auf Kollektivvertrags-Basis. Vom „vertragslosen Zustand“ sind rund 2.500 Beschäftigte betroffen.

„Damit werden Lohn- und Sozialdumping Tür und Tor geöffnet“, meint Gewerkschafter Karl Marhold. „Die Arbeitnehmer verdienen sich einen Kollektivvertrag, der ihre Löhne absichert und automatisch erhöht“, so Marhold. Zuletzt gab es sogar eine Protestaktion vor der Wirtschaftskammer.

Innungsmeister Peter Pauschenwein verwehrt sich gegen „Kampfrhetorik“ und verweist auf die „traditionell angemessene“ Lohn-Erhöhung: „Wenn die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, können wir die Grundlage für einen tragfähigen Kompromiss schaffen.“